Der Euro ist am Montag gegenüber dem Dollar auf den tiefsten Stand seit siebzehn Monaten gefallen. Steigende Energiepreise und wachsende Sorgen um Frankreichs Staatsfinanzen setzen die Gemeinschaftswährung unter Druck. Im Londoner Handel verlor der Euro zeitweise 0,8 Prozent und sank auf 1,116 Dollar. Später erholte er sich leicht auf 1,121 Dollar. Seit Jahresbeginn hat die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar rund 4,5 Prozent eingebüsst.
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Im Zentrum der Nervosität steht Frankreich, berichtet die Financial Times. Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen näherte sich vergangene Woche der Marke von 5 Prozent. Ende Februar hatte sie noch bei 3,2 Prozent gelegen. Am Montag sank sie leicht auf 4,83 Prozent. Frankreich leidet besonders unter dem weltweiten Ausverkauf von Staatsanleihen. Gleichzeitig zweifeln Anleger daran, dass Paris sein Haushaltsdefizit unter 5 Prozent der Wirtschaftsleistung drücken kann.
Hinzu kommt die politische Unsicherheit vor der französischen Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr. Zugewinne populistischer Parteien verstärken nach Einschätzung von Investoren die Risiken. Auch die vorgezogene Wahl in Spanien sorgt für Unruhe.
Die Spannungen beeinflussen inzwischen auch die Erwartungen an die Europäische Zentralbank. Händler rechnen für die kommenden zwölf Monate nur noch mit zwei Zinserhöhungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte statt zuvor mit drei. Der aktuelle EZB-Satz liegt bei 2,5 Prozent.
Auch gegenüber dem Schweizer Franken gerät der Euro unter Druck: Im laufenden Monat verlor er 1,7 Prozent und fiel auf rund 0,93 Franken. Analysten sehen darin erneut die Rolle des Frankens als sicheren Hafen. Einen Vergleich mit der Euro-Schuldenkrise von 2010 bis 2012 halten sie allerdings für verfrüht.