Die Bundespolizei hat im ersten Halbjahr 2026 mehr als jeden zweiten an einer deutschen Landgrenze registrierten Asylsuchenden zurückgewiesen. Nach Angaben der Bundesregierung wurden 1024 Menschen mit Asylgesuch erfasst, 514 von ihnen durften nicht einreisen, schreibt die Welt. Die Zahlen stammen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion.
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Insgesamt stellte die Bundespolizei in den ersten sechs Monaten rund 20.000 unerlaubte Einreisen über die Landgrenzen fest. Nur etwa fünf Prozent der Betroffenen äusserten dabei ein Asylgesuch. Zusätzlich registrierten die Behörden rund 4500 unerlaubte Einreisen an Flughäfen. Von den angeordneten Zurückweisungen scheiterte laut Bundesregierung lediglich eine, «weil die Übernahme der Personen von Frankreich verweigert wurde».
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte nach seinem Amtsantritt im Mai 2025 die Kontrollen an Deutschlands Grenzen verschärft. Seither sollen grundsätzlich auch Menschen zurückgewiesen werden, die an der Grenze Asyl verlangen. Ausgenommen sind besonders Schutzbedürftige wie Minderjährige, Schwangere und Kranke. Die meisten unerlaubten Einreisen wurden im ersten Halbjahr an der französischen Grenze festgestellt. Den höchsten Anteil an Zurückweisungen verzeichnete die Bundespolizei an der Grenze zu Polen.
Parallel sinkt die Zahl der Asylanträge in Deutschland. Im ersten Halbjahr wurden 39.646 Erstanträge gestellt, das sind rund 35 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Bei etwa jedem vierten von der Bundespolizei registrierten Asylsuchenden ergab die europäische Fingerabdruckdatenbank Eurodac zudem einen Treffer. Die Betroffenen waren damit bereits zuvor in einem teilnehmenden europäischen Staat registriert worden.