Philipp Amthor lässt seinen privat gekauften Strandkorb nach heftiger Kritik aus dem Kanzleramt entfernen. Der CDU-Politiker habe die Reaktionen «sehr ernst» genommen und deshalb entschieden, das Möbelstück wieder abtransportieren zu lassen, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer am Montag in Berlin. Amthor habe sowohl den Strandkorb als auch dessen Lieferung und Aufbau selbst bezahlt. Darüber berichtet die Bild-Zeitung.
Screenshot ZDF
Für Aufsehen hatte eine Szene aus der neuen Staffel der ZDF-Dokumentation «Inside CDU» gesorgt. Darin ist zu sehen, wie der blau-weisse Strandkorb auf der Terrasse von Amthors Büro im Kanzleramt aufgestellt wird. Das Möbel wurde auf der Ostseeinsel Usedom in Amthors Wahlkreis gefertigt und sollte nach Angaben Meyers ein «sichtbares Symbol seiner Heimat im Kanzleramt» sein.
In der Dokumentation scherzte Amthor, dass er den Strandkorb für den «unwahrscheinlichen Fall», dass er ihn einmal zur Erholung nutzen wolle, in Richtung Kanzlergarten drehen könne. In sozialen Netzwerken folgten Spott und Kritik. Nutzer warfen dem 33-Jährigen unter anderem «spätrömische Dekadenz» vor; Memes zeigten ihn etwa als französischen Sonnenkönig Ludwig XIV. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt die Szene, weil Bundeskanzler Friedrich Merz in derselben Folge über die Arbeitsmoral in Deutschland spricht und erklärt: «Mit Work-Life-Balance, mit Viertagewoche ist das nicht zu schaffen.»
Die Bundesregierung stellte sich zugleich hinter Amthor. Meyer erklärte, dieser habe bereits im Digitalministerium «herausragende Arbeit geleistet» und sei für seine jetzige Aufgabe als Vermittler zwischen Bund und Ländern «der Richtige». Der Strandkorb hingegen soll die Terrasse des Kanzleramts wieder verlassen.