Sie kam aus dem Schatten des Berliner Politikbetriebs und steht nun im Zentrum der Macht in der Hauptstadt: Elif Eralp, die Spitzenkandidatin der Partei Die Linke, hat ihre Partei bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026 zu einem historischen Triumph geführt. Mit rund 25 Prozent der Stimmen liess die 45-jährige Juristin CDU, Grüne und SPD hinter sich und beansprucht nun das Rote Rathaus für sich.
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Geboren 1981 in München als Kind türkischer Einwanderer, studierte Eralp Rechtswissenschaften in Hamburg. 2010 zog sie nach Berlin, arbeitete zunächst im Hintergrund als rechtspolitische Referentin der Linksfraktion im Bundestag und trat 2017 der Partei bei.
Seit 2021 sitzt sie im Abgeordnetenhaus. Dass sie schliesslich zur Spitzenkandidatin gekürt wurde, verdankte sie vor allem ihrer Verankerung im linken Parteiflügel und einer gezielten Strategie der Parteispitze, auf ein frisches Gesicht jenseits der etablierten Politkaste zu setzen.
Aufgefallen ist Elif Eralp durch einen Wahlkampf, der polarisierte. Im multikulturellen Berlin setzte sie ganz bewusst auf gezielte Kampagnenarbeit in migrantischen Milieus. Mit Wahlwerbung und Flyern auf Türkisch, Klinkenputzen in Kreuzberg und Neukölln sowie Slogans wie «Berlin için değişim vakti» («Zeit für Veränderung in Berlin») umwarb sie eine Wählerschaft aus ihrer einstigen Heimat. Begleitet wurde dies von radikalen Forderungen nach der Enteignung grosser Wohnungsbaukonzerne und rigorosen Mietpreisregulierungen.
Kritiker aus dem bürgerlichen Lager warfen ihr vor, Identitätspolitik vor Integration zu stellen und Klientelinteressen zu bedienen. Für die Linke hingegen erwies sich dieser Kurs als Volltreffer.
Ihren Triumph sieht die linke Politikerin als Sieg von Liebe und Gerechtigkeit gegen den Hass. Das machte sie deutlich in ihrer ersten Reaktion auf der Wahlparty.