Der deutsche Aussenminister Johann Wadephul und sein russischer Amtskollege Sergei Lawrow haben sich erstmals seit Beginn des Ukraine-Krieges zu einem bilateralen Gespräch getroffen – ohne erkennbare Annäherung. Lawrow erklärte nach dem gut 20-minütigen Treffen am Rande der Uno-Generalversammlung in New York: «Wenn man Berlins tägliche öffentliche Äusserungen betrachtet, habe ich nichts anderes gehört.» Zu Wadephul habe er gesagt: «Sie hätten mich einfach anrufen und mir sagen können ‹Lesen Sie meine Erklärung›.»
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Nach Angaben aus deutschen Delegationskreisen forderte Wadephul Russland auf, «den gefährlichen Weg der Eskalation gegenüber Deutschland, Europa und der Nato zu verlassen». Der CDU-Politiker bezeichnete die Unterredung anschliessend als intensiv. «Natürlich sind wir über wesentliche Punkte nicht einig geworden», sagte er dem ZDF. Deutschland hatte das Treffen nach russischer Darstellung erst am Vortag angefragt. Lawrow erklärte, er habe dabei den Eindruck einer herablassenden Haltung der deutschen Seite gewonnen. Das russische Aussenministerium bestätigte das Treffen und erklärte, beide Seiten hätten den Zustand der bilateralen Beziehungen sowie internationale Fragen erörtert.
Zur Sprache kamen laut dem Bericht auch der Ukraine-Krieg und eine mögliche Vereinbarung über Getreideexporte durch das Schwarze Meer. Wadephul thematisierte zudem mutmassliche hybride Angriffe gegen Deutschland. Die Bundesregierung macht Russland unter anderem für eine nicht explodierte Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich. Moskau weist eine Verantwortung zurück.