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«Sie forderten uns auf, den Terroristen loszubinden»: Passagiere des Flydubai-Flugs 1073 berichten von fragwürdigem Verhalten der Crew

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«Sie forderten uns auf, den Terroristen loszubinden»: Passagiere des Flydubai-Flugs 1073 berichten von fragwürdigem Verhalten der Crew
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Nach dem mutmasslichen Anschlagsversuch auf dem Flydubai-Flug FZ1073 werfen Aussagen von Passagieren neue Fragen zum Verhalten der Besatzung auf: Crewmitglieder sollen gefordert haben, den bereits überwältigten und gefesselten Co-Piloten wieder loszubinden. «Sie forderten uns auf, den Terroristen loszubinden – wir hatten keine Ahnung, warum», sagte Passagier Tzvika Manes der Washington Post. Die Passagiere weigerten sich demnach.

Ariel Schalit/AP/Keystone
Passagiere eines Flydubai-Flugs nach Notlandung in Saudi-Arabien (Symbolbild)
Ariel Schalit/AP/Keystone

Der 29-jährige omanische Co-Pilot soll auf dem Flug von Dubai nach Tel Aviv den Kapitän mit einer Notfall-Axt angegriffen und versucht haben, die Kontrolle über die Boeing 737 mit mehr als 180 Menschen an Bord zu übernehmen. Die Generalstaatsanwaltschaft der Vereinigten Arabischen Emirate erklärte am Samstag, die bisherigen Ermittlungen hätten ergeben, dass der Mann eine «terroristische Tat» habe begehen wollen.

Ein Passagier namens Daniel Schlichter, der vorne in der Maschine sass und den Kampf um das Cockpit miterlebte, schilderte, wie ein anderer Mann während des Gerangels über die Beteiligten hinweg in die Pilotenkanzel gelangte und die Kontrolle über das Flugzeug übernahm. «Er handelte wirklich wie ein Held. Er übernahm die Kontrolle über das Flugzeug», sagte Schlichter. Später sei ein weiterer Pilot hinzugekommen. Die Maschine wurde nach Tabuk in Saudi-Arabien umgeleitet und landete dort sicher.

Als der Co-Pilot bereits gefesselt auf dem Kabinenboden lag, kam es laut Passagieren zum Streit mit Teilen der Crew über seine Bewachung. Die Passagiere hätten schliesslich selbst auf den Verdächtigen aufgepasst und Crewmitglieder aus dem Bereich vor dem Cockpit weggeschickt. Warum Besatzungsmitglieder die Freilassung verlangt haben sollen, ist bislang ungeklärt. Flydubai wollte sich gegenüber der Washington Post dazu nicht äussern und verwies auf die laufenden Ermittlungen.

Geprüft werden nun das Motiv des Co-Piloten, mögliche Kontakte zu extremistischen Gruppen und seine digitalen Spuren. Auf seinen Social-Media-Konten erschienen nach dem Vorfall unter anderem Bilder aus einem Cockpit und ein Foto des früheren Al-Qaida-Anführers Aiman al-Sawahiri. Unklar ist, wer die Beiträge veröffentlichte und ob sie bereits zuvor programmiert worden waren. Einen direkten Nachweis für Verbindungen des Verdächtigen zu Al-Qaida gibt es bislang nicht.

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