Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnet kurz vor der mehrjährigen Sanierung des Schlosses Bellevue eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst in seinem Berliner Amtssitz. Die von der Akademie der Künste organisierte Schau verwandelt die bereits weitgehend geräumten Räume des Schlosses in eine Pop-up-Galerie.
Steinmeier betonte bei der Vorstellung der Ausstellung die Bedeutung von Kunst und Kultur für die Demokratie. «Demokratische Gesellschaften leben nun mal von unterschiedlichen Stimmen. Kunst macht unterschiedliche Erfahrungen, Prägungen und Lebensrealitäten sichtbar», sagte er. Kunst sei «kein Luxus, sondern essenzieller Teil der demokratischen Debatte».
Bernd von Jutrczenka/DPA/Keystone
Nach Angaben des Bundespräsidenten soll die Ausstellung auch Bürgern die Möglichkeit geben, vor der Schliessung des Amtssitzes Abschied von dem Gebäude zu nehmen. Schloss Bellevue wird Anfang Juli wegen umfassender Sanierungsarbeiten geschlossen.
Zu den ausgestellten Werken gehört ein 3-D-Scan Steinmeiers im Massstab 1:5, den die Künstlerin Karin Sander angefertigt hat. Für Aufmerksamkeit sorgt zudem eine Skulptur der Künstlerin Alexandra Bircken. Dabei handelt es sich um einen Bronzeabguss des Torsos einer japanischen Sexpuppe. Laut dem Spiegel befindet sich die Skulptur in direkter Sichtachse zum Dienstzimmer des Bundespräsidenten.
Die Ausstellung umfasst darüber hinaus Arbeiten zu verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Themen. Mehrere Werke befassen sich mit dem Umgang mit dem NS-Erbe, dem Krieg in der Ukraine sowie mit Darstellungen des weiblichen Körpers und der Rolle von Frauen. Der Berliner Street-Art-Künstler El Bocho zeigt unter anderem ein grossformatiges Porträt einer jungen Frau mit dem Titel «Die Bundespräsidentin».