Unbekannte haben ein Umspannwerk nahe dem grössten Kraftwerk Brandenburgs angegriffen und dabei mehrere Brand- und Sprengvorrichtungen eingesetzt. Mindestens eine davon detonierte, bestätigte die Polizei. Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen übernommen. Wer hinter dem Anschlag steckt, ist bislang unklar.
Betroffen ist das Umspannwerk in Turnow-Preilack nahe dem Braunkohlekraftwerk Jänschwalde. Kurz vor acht Uhr am Dienstagmorgen meldeten Mitarbeiter Schäden an mehreren Stromleitungen. Als die Polizei eintraf, entdeckte sie zudem verdächtige Gegenstände. Spezialisten zur Entschärfung wurden hinzugezogen und das Gelände abgesperrt.
/Frank Hammerschmidt/DPA/Keystone
Nach Informationen der Bild-Zeitung sollen selbstgebaute Pyro-Raketen zum Einsatz gekommen sein. Die Polizei bestätigte diese Darstellung zunächst nicht, erklärte aber, es seien mehrere «unkonventionelle Brand- und Sprengvorrichtungen» gefunden worden. Nicht alle seien explodiert. Die Behörden nähmen den Vorfall «sehr ernst».
Das Energieunternehmen Leag spricht von einem Anschlag. Über das betroffene Umspannwerk wird der im Kraftwerk Jänschwalde produzierte Strom in das überregionale Stromnetz eingespeist. Nach dem Angriff fiel ein Kraftwerksblock technisch aus; ob dies unmittelbar mit dem Anschlag zusammenhing, wird noch geprüft. Einen Stromausfall für die Bevölkerung gab es nicht.