Scherbenhaufen Sozialdemokratie: Parteipräsident Cédric Wermuth steht der SP im Weg, sein Rücktritt wäre ein Befreiungsschlag
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Scherbenhaufen Sozialdemokratie: Parteipräsident Cédric Wermuth steht der SP im Weg, sein Rücktritt wäre ein Befreiungsschlag

Anhören ( 2 min )
Scherbenhaufen Sozialdemokratie: Parteipräsident Cédric Wermuth steht der SP im Weg, sein Rücktritt wäre ein Befreiungsschlag
Scherbenhaufen Sozialdemokratie: Parteipräsident Cédric Wermuth steht der SP im Weg, sein Rücktritt wäre ein Befreiungsschlag
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Es begann schon Ende 2023. Die Co-Generalsekretärin der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz (SPS), Rebekka Wyler, kündigte ihren Job. Ihr «Co», Tom Cassee, liess sogleich verlauten, dass er fortan den Laden allein hüten will.

Co-Präsident Cédric Wermuth, Wylers Chef, vergoss keine Tränen. Der abrupte Abgang der begabten und erfolgreichen Networkerin Wyler nährte Gerüchte, es herrsche Unfriede im Parteisekretariat, und das Co-Präsidium sehe dem tatenlos zu.

© KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
Cédric Wermuth und Samira Marti am Jahresauftakt-Apero der SP Schweiz in Bern
© KEYSTONE / PETER SCHNEIDER

Da muss etwas dran sein, nicht nur an der Tatenlosigkeit, aber vor allem am Unfrieden. Denn auch im Co-Präsidium der Parteileitung selber knistert es im Gebälk. Co-Präsidentin Mattea Meyer legte im vergangenen Dezember ihr Werkzeug weg. Seither regiert Cédric Wermuth allein.

Meyer begründete ihre Auszeit mit «grosser Erschöpfung». Das kann man nachfühlen, denn mit einer jungen Familie mit zwei Kleinkindern, dem Nationalratsmandat und dem Co-Präsidium ist man gut eingedeckt. Rappelt es an einem der drei Orte, gerät das Gefüge ins Wanken.

Die Auguren melden: Mattea Meyer hat Erfolg im Parlament und Frieden in der Familie, da bleibt nur Krach im Präsidium. Voilà! Noch hat Wermuth nicht verkündet, dass er den Laden allein schmeissen will – tut es de facto nun aber schon ganz possierlich.

Die machohafte Taktik des Entfernens der weiblichen «Co» scheint System zu haben: 2024 warf Liv Mahrer, die Co-Präsidentin der Zürcher Stadtpartei, das Handtuch, und Co-Präsident Oliver Heimgartner firmiert seither stolz ohne das mindere «Co» im Titel und regiert allein.

Ist diese merkwürdige antifeministische Politik einfach das Zurückschwingen des Pendels? Erleben wir die geschlechtliche Umkehr der SP-Politik? Entfernt die SP die Frauen aus den Führungspositionen? Nein? Dann bitte soll Cédric Wermuth mit gutem Beispiel vorangehen und zurücktreten. Das wäre ein Befreiungsschlag für die festgefahrene SP.

Und es hülfe, die perfide Verhinderung von Yvonne Feri als SP-Ständeratskandidatin zu verdauen, bei der sich Wermuth selber portierte mit dem Argument, er als Mann könne die Sache der Frau noch besser vertreten als eine Frau. Wermuths Rücktritt könnte den Weg frei machen für eine vernünftige Landesverteidigungs-Politik der SP. Als nämlich Russland die Ukraine überfiel, sagte er zur grossen Verwunderung weiter Kreise, dass er sich angesichts des Überfalls vom Paulus zum Saulus gewandelt habe. Aber gemacht hat Wermuth in über vier Jahren nichts. Im Gegenteil: Er hat am jüngsten Parteitag dazu beigetragen, dass das von Ständerat Daniel Jositsch eingebrachte Thema Landesverteidigung nicht zur Debatte kam.

Parteipräsident Cédric Wermuth steht der SP im Weg.

Hartmuth Attenhofer war Präsident des Zürcher Kantonsrats und bis vor kurzem Mitglied der SP.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 02.06.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.