Ein Beitrag des Bayerischen Rundfunks (BR) über «Modest Fashion» hat in Deutschland eine Debatte ausgelöst. Der öffentlich-rechtliche Sender stellte unter dem Titel «Bedeckte Mode boomt» einen Trend zu weiter und stärker bedeckender Kleidung vor und porträtierte dabei unter anderem ein Nürnberger Geschäft für islamisch geprägte Mode.
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Im Zentrum des Beitrags steht die These, dass sich «Modest Fashion» zu einem weltweiten Modetrend entwickelt habe und längst nicht nur muslimische Frauen anspreche. Vorgestellt werden eine Ladenbesitzerin für Scharia-konforme Kleidung sowie Kundinnen, die den Stil nach eigenen Angaben aus ästhetischen oder persönlichen Gründen tragen. Der BR beschreibt die Entwicklung als Gegentrend zu freizügiger Sommermode.
Kritik kommt unter anderem von der Bild-Zeitung. Diese wirft dem Sender vor, religiös begründete Verschleierung als modernen Lifestyle-Trend darzustellen, ohne problematische Aspekte ausreichend einzuordnen. Besonders beanstandet wird eine Passage, in der der Ehemann einer Ladeninhaberin Frauen mit durch Hüllen geschützten Mobiltelefonen vergleicht. Kritiker sehen darin ein traditionelles Frauenbild, dem der Beitrag zu wenig widersprochen habe.
Der Bericht berührt eine grundsätzliche Debatte über Religion, Integration und Frauenbilder in westlichen Gesellschaften. Befürworter betonen die individuelle Freiheit bei der Kleiderwahl und verweisen auf die wachsende Popularität bedeckender Mode. Kritiker halten dagegen, dass Formen der Verschleierung in Teilen der islamischen Welt nicht Ausdruck freier Entscheidung, sondern gesellschaftlichen oder staatlichen Zwangs seien. Entsprechend kontrovers wird diskutiert, ob solche Kleidungsstile primär als Modetrend oder auch im politischen und kulturellen Kontext betrachtet werden sollten.