Die Zahl der polizeilich registrierten migrantischen Mehrfach- und Intensivtatverdächtigen in Sachsen ist binnen eines Jahres um 21 Prozent auf 1498 gestiegen. Allein zwischen April und Juni 2026 wurden ihnen 1718 Straftaten zugerechnet, ausländerrechtliche Verstösse nicht eingerechnet, berichtet die Berliner Zeitung.
Das Blatt bezieht sich auf eine Antwort des sächsischen Innenministers Armin Schuster (CDU) auf eine Anfrage des AfD-Landtagsabgeordneten Sebastian Wippel. Die Behörden führen die Betroffenen unter der Kategorie «Mehrfach- und Intensivtatverdächtige Asylbewerber/Zuwanderer», kurz MITA. Im Vorjahr waren 1237 Personen registriert.
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Den grössten Deliktsbereich bildeten im zweiten Quartal sogenannte Rohheitsdelikte: 515 Fälle von unter anderem Körperverletzung, Bedrohung, Nötigung und Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Hinzu kamen 463 einfache und 100 schwere Diebstähle. Die Statistik weist zudem 23 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sowie ein Tötungsdelikt aus.
Unter den 1498 Tatverdächtigen stellen syrische Staatsangehörige mit 398 Personen die grösste Gruppe. Es folgen Tunesier mit 144, Afghanen mit 115 sowie Libyer und russische Staatsangehörige mit jeweils 92. Weitere 84 stammen aus der Ukraine, 78 aus Algerien, 66 aus Marokko und 65 aus Georgien.
Auffällig ist die geringe Zahl der Rückführungen: Im ersten Halbjahr 2026 wurden laut den Daten lediglich 38 registrierte Intensivtatverdächtige zwangsweise ausser Landes gebracht. 14 Abschiebungen führten nach Georgien, fünf nach Algerien und vier nach Marokko. Zum Stichtag befanden sich 368 der erfassten Personen in Haft, weitere 98 waren zur Festnahme ausgeschrieben.
Die Kategorie MITA umfasst dabei nicht nur Asylbewerber. Nach Angaben des Innenministeriums werden auch anerkannte Schutzberechtigte, Kontingentflüchtlinge, Geduldete und Menschen mit unerlaubtem Aufenthalt erfasst. Besonders konzentriert sich das registrierte Kriminalitätsgeschehen auf Leipzig, Chemnitz und Dresden.