Die CDU hat zwei geplante grosse Wahlkampfauftritte von Bundeskanzler Friedrich Merz wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu Terminen im kleinen Kreis umgebaut. Als Grund werden nach Informationen der Bild-Zeitung vor allem hohe Sicherheitskosten genannt. Ein CDU-Politiker bezifferte allein die zusätzlichen Kosten für einen ursprünglich geplanten Auftritt in der Harzlandhalle auf rund 30.000 Euro.
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Eigentlich sollte Merz am Montag in der rund 2000 Besucher fassenden Halle in Ilsenburg auftreten. Stattdessen reist der CDU-Chef nach Quedlinburg, trägt sich dort ins Goldene Buch ein, besucht die Stiftskirche und spricht anschliessend vertraulich mit rund dreissig CDU-Mitgliedern. Auch ein zweiter grosser Wahlkampftermin am Donnerstag wurde gestrichen: Anstelle einer Abschlussveranstaltung am Geiseltalsee besucht Merz den Papierhersteller UPM im Chemiepark Leuna und trifft Kommunalpolitiker – ebenfalls weitgehend ohne Öffentlichkeit.
Die Verkleinerung der Auftritte fällt in eine für die CDU heikle Phase. Bei der Landtagswahl am 6. September geht Spitzenkandidat Sven Schulze ins Rennen, während die AfD laut dem Bericht seit Monaten in Umfragen bei rund 40 Prozent liegt.
Innerhalb der Union gibt es neben den Sicherheitskosten noch eine andere Erklärung. Einige Parteivertreter spekulieren laut Bild hinter vorgehaltener Hand, die Parteiführung habe Zweifel gehabt, ob sich die Harzlandhalle mit Merz füllen lasse. CDU-Landtagsabgeordneter Alexander Räuscher widerspricht: «Ich werde immer wieder von Leuten angesprochen, die Friedrich Merz gern getroffen hätten.» Sein Kreisverband habe mehr als 600 Mitglieder; mit Angehörigen und Bekannten wäre die Halle nach seiner Einschätzung problemlos voll geworden.