Russland hat den Export von Diesel bis Ende Juli ausgesetzt, um die inländische Versorgung nach ukrainischen Angriffen auf Energieanlagen zu sichern. Vizeministerpräsident Alexander Nowak kündigte den Schritt an einer Regierungssitzung unter Leitung von Präsident Wladimir Putin an.
Nowak erklärte, das Exportverbot solle das Angebot auf dem Binnenmarkt erhöhen. Zudem werde Russland im Juli Erdölprodukte importieren und die Produktion durch den verstärkten Einsatz von Kraftstoffen mit niedrigeren Umweltstandards ausweiten. Hintergrund seien eine angespannte Versorgungslage infolge hoher Sommernachfrage sowie ungeplante Ausfälle in Raffinerien.
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Der Schritt folgt auf mehrere ukrainische Drohnenangriffe auf russische Energieinfrastruktur. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, ukrainische Streitkräfte hätten Ölanlagen in der Region Saratow sowie in Tatarstan angegriffen. Die Angriffe seien eine Reaktion auf russische Attacken gegen die Ukraine. Gazprom teilte zudem mit, nach einem Drohnenangriff Schäden an einer Verdichterstation der Blue-Stream-Pipeline in Richtung Türkei zu reparieren. Zuvor war auch Russlands grösste Raffinerie in Omsk Ziel eines ukrainischen Angriffs geworden.
Russland gehört zu den weltweit grössten Exporteuren von Diesel. Zwar bezieht die Europäische Union wegen der Sanktionen keinen russischen Diesel mehr direkt, ein geringeres russisches Exportangebot könnte jedoch den internationalen Markt verknappen und die Preise für Dieselkraftstoff auch in Europa erhöhen. Das Exportverbot gilt nach Angaben der russischen Regierung bis zum 31. Juli.