Die EU importiert wieder deutlich mehr Gas aus Russland als in den vergangenen Kriegsjahren. Das berichtet Euractiv unter Berufung auf eine neue Analyse des Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA). Demnach erreichten die Einfuhren von russischem Flüssigerdgas im ersten Quartal den höchsten Stand seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022.
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Zwar sind die russischen Pipeline-Lieferungen nach Europa weitgehend eingestellt worden. Gleichzeitig kaufen mehrere EU-Staaten weiterhin grosse Mengen russisches Flüssigerdgas (LNG), das per Tanker geliefert wird. Besonders Frankreich, Spanien und Belgien gehören laut der Studie zu den wichtigsten Abnehmern.
In den ersten drei Monaten des Jahres importierte die EU demnach 6,9 Milliarden Kubikmeter russisches Gas. Das entspricht einem Anstieg von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und markiert den höchsten Wert seit Kriegsbeginn. Auch im April setzte sich der Trend fort: Die Importe lagen laut IEEFA nochmals 17 Prozent höher als im Vorjahr. Russland deckt damit weiterhin rund 14 Prozent des europäischen LNG-Bedarfs.
Der Anstieg hängt laut Euractiv auch mit den Spannungen im Nahen Osten zusammen. Viele Staaten suchten nach alternativen Energiequellen, nachdem es dort zu Lieferunterbrechungen gekommen war. Gleichzeitig baut die EU ihre Abhängigkeit von amerikanischem Flüssiggas massiv aus. Die Importe von US-LNG haben sich seit 2021 mehr als verdreifacht. Das IEEFA geht davon aus, dass die USA bereits 2026 zum grössten Gaslieferanten Europas aufsteigen werden.