US-Aussenminister Marco Rubio ist am Montag in Island eingetroffen, um den amerikanischen Einfluss in der strategisch wichtiger werdenden Arktis auszubauen. Das US-Aussenministerium erklärte, Rubio werde in Reykjavik Gespräche über die «wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich» führen, wie die Nachrichtenagentur AFP schreibt.
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Der Besuch folgt auf ein Ende September geschlossenes Sicherheitsabkommen der USA mit Dänemark und Grönland. Washington plant demnach zwei neue Militärstützpunkte auf der weitgehend autonomen dänischen Insel. Das Abkommen scheint zugleich die wiederholten Drohungen von Präsident Donald Trump beendet zu haben, Grönland zu kaufen oder notfalls zu annektieren. Diese hatten die Beziehungen zu Europa erheblich belastet.
Island gewinnt angesichts der wachsenden Konkurrenz mit Russland und China in der Arktis an strategischer Bedeutung. Das Land besitzt seit seiner Unabhängigkeit 1944 keine eigenen Streitkräfte. Seine Sicherheit stützt sich auf die Nato sowie auf ein bilaterales Verteidigungsabkommen mit den USA aus dem Jahr 1951. Eine permanente amerikanische Militärbasis gibt es derzeit nicht.
Das Verhältnis zu Washington war zuletzt dennoch nicht spannungsfrei. Anfang September veröffentlichte Trump eine KI-generierte Karte, auf der neben Nordamerika und Grönland auch Island als Teil der «Vereinigten Staaten von Amerika» erschien. Reykjavik bestellte daraufhin den US-Botschafter ein und bezeichnete die Darstellung als «völlig unangemessen». Am Sonntag veröffentlichte Trump erneut ein KI-Bild zu Grönland.
Innenpolitisch hält Island vorerst Distanz zur EU. Ende August stimmten 52,8 Prozent der Wähler gegen eine Wiederaufnahme der seit 2013 eingefrorenen Beitrittsverhandlungen.
Rubio bezeichnete Island vor seiner Abreise als «guten Freund der Vereinigten Staaten». Nach Reykjavik reist er weiter nach Athen und Lissabon. In Griechenland stehen unter anderem die regionale Sicherheit und die Energieversorgung Europas auf dem Programm.