Deutsche Unternehmen haben 2025 mit 85,6 Milliarden Euro so viel wie nie zuvor für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ausgegeben. Dies geht aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, über die die Rheinische Post berichtete.
2024 lagen die Aufwendungen noch bei 81,2 Milliarden Euro. Innerhalb von eineinhalb Jahrzehnten haben sich die nominalen Kosten damit mehr als verdoppelt.
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Als Gründe nennt das IW höhere Löhne, mehr Beschäftigte und den gestiegenen Krankenstand. Seit Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung 2022 sei dieser statistisch signifikant gestiegen. Ob auch die tatsächlichen Fehlzeiten entsprechend zugenommen hätten, sei bislang nicht abschliessend geklärt. Das IW beurteilt die geplante gesetzliche Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag zurückhaltend.
Auch Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas stellt das Vorhaben der schwarz-roten Koalition in Frage. Der Funke-Mediengruppe sagte die SPD-Vorsitzende: «Ich bin koalitionstreu, aber wir sollten uns schon noch mal fragen, ob das sinnvoll ist.»
Bas befürchtet zudem, dass aus kurzen krankheitsbedingten Ausfällen durch einen sofortigen Arztbesuch längere Krankschreibungen werden könnten.