Die Bundeswehr reagiert auf die Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg und stellt erstmals ein eigenes Drohnenregiment mit rund 600 Soldaten auf. Verteidigungsminister Boris Pistorius kündigte den neuen Verband am Donnerstag auf dem Truppenübungsplatz Bergen in Niedersachsen an. «Wer sich zu Land durchsetzen will, der muss eben den Kampf mit unbemannten Systemen beherrschen», sagte der SPD-Politiker. Über die Einzelheiten der Planungen berichtet der Spiegel.
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Das neue Regiment soll Drohnen für Aufklärung und Angriffe einsetzen, zugleich aber auch gegnerische Fluggeräte abwehren. Vorgesehen sind fünf Kompanien mit unterschiedlichen Aufgaben. Eine soll Drohnen für Ziele auf kurze Distanz einsetzen, eine zweite Systeme mit Reichweiten von mehreren Hundert Kilometern. Insgesamt sollen Einsätze bis zu 500 Kilometer Entfernung möglich sein.
Zwei weitere Kompanien sind für die Abwehr feindlicher Drohnen und den sogenannten elektromagnetischen Kampf vorgesehen. Dahinter steckt vor allem der Versuch, gegnerische Systeme und ihre Kommunikation mit elektronischen Mitteln zu stören. Eine fünfte Kompanie soll neue Technik erproben und weiterentwickeln. Damit übernimmt die Bundeswehr Konzepte, deren Bedeutung sich auf den Schlachtfeldern der Ukraine deutlich gezeigt hat.
Der Aufbau soll ungewöhnlich schnell erfolgen. Nach Angaben des Heeresinspekteurs, Generalleutnant Christian Freuding, soll die Einheit bereits im kommenden Jahr erste militärische Fähigkeiten besitzen. In den beiden folgenden Jahren soll sie auf gut 600 Soldaten anwachsen. Wo das Regiment stationiert wird, steht noch nicht fest. Gesucht wird ein Standort, an dem die Truppe intensiv mit Drohnen trainieren kann.
Das Regiment wird Teil der sogenannten Division 2025. Dabei soll die 10. Panzerdivision zu einem modernen Grossverband mit bis zu 30.000 Soldaten ausgebaut werden. Zu ihr gehört auch die Brigade 45, die ab 2027 dauerhaft in Litauen stationiert werden soll. Noch vor ihrer Verlegung will die Bundeswehr diese Brigade mit eigenen Fähigkeiten zur Drohnenabwehr ausstatten.
Auch ausserhalb des neuen Regiments sollen unbemannte Systeme künftig stärker zum militärischen Alltag gehören. Panzer-, Aufklärungs- und Jägertruppen sollen ebenfalls mehr Drohnentechnik erhalten. Neue Systeme will die Bundeswehr gemeinsam mit der Industrie direkt im Gelände testen. Pistorius spricht von einem «Labor im Gelände» – mit dem Ziel, neue Technik schneller vom Versuch in die Truppe zu bringen.