Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

«Politische Säuberungen»: Sachsen-Anhalts CDU-Ministerpräsident Schulze warnt vor AfD-Plänen für den Staatsapparat

Anhören ( 2 min )
«Politische Säuberungen»: Sachsen-Anhalts CDU-Ministerpräsident Schulze warnt vor AfD-Plänen für den Staatsapparat
«Politische Säuberungen»: Sachsen-Anhalts CDU-Ministerpräsident Schulze warnt vor AfD-Plänen für den Staatsapparat
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze hat die AfD wegen geplanter Umbesetzungen im Staatsapparat scharf angegriffen. Der CDU-Politiker warnte in einem Interview mit dem Magazin Focus vor «politischen Säuberungen», nachdem die AfD angekündigt hatte, im Fall eines Wahlsiegs zahlreiche Stellen in der Landesverwaltung neu besetzen zu wollen.

Carsten Koall/DPA/Keystone
Sven Schulze, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt
Carsten Koall/DPA/Keystone

Auslöser der Debatte sind Aussagen des AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund. Laut der Mitteldeutschen Zeitung plant die Partei im Fall einer Regierungsübernahme die Neubesetzung von 150 bis 200 Stellen in Ministerien, Behörden und landeseigenen Unternehmen. Betroffen wären demnach nicht nur Minister und Staatssekretäre, sondern auch Führungsposten innerhalb der Verwaltung. Als Beispiel nannte Siegmund die Landesenergieagentur, die die AfD abschaffen wolle.

Schulze reagierte ungewöhnlich scharf auf diese Pläne. «Allein die Wortwahl und die Vorstellung politischer Säuberungen zeigen ein Staatsverständnis, das ich entschieden ablehne», sagte der CDU-Politiker. Wer Beamte einschüchtern oder die Verwaltung politisch gleichschalten wolle, gefährde das Vertrauen in den demokratischen Staat.

Nach Angaben Schulzes haben sich bereits Beamte besorgt an ihn gewandt. Deshalb brauche es nun «Klarheit und Haltung». Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst verdienten Rückhalt, erklärte der Ministerpräsident. Zugleich warf er AfD-Chefin Alice Weidel indirekt vor, ideologisch motivierte Umbauten im Staatsapparat vorzubereiten. «Frau Weidel will aus der Schweiz heraus entscheiden, wer aus Westdeutschland in den Osten nach Sachsen-Anhalt geschickt wird, um als gutbezahlter Beamter mit entsprechender Gesinnung die AfD-Ideologie durchzusetzen», sagte Schulze.

Die scharfe Kritik an den AfD-Plänen trifft allerdings auf eine seit Jahren etablierte Praxis politischer Personalrochaden in Deutschland. Nach Recherchen der Bild-Zeitung werden bei Regierungswechseln regelmässig mehr als 250 Spitzenposten auf Bundesebene neu besetzt – darunter Abteilungsleiter, Referatschefs, Behördenleiter und Botschafter. Besonders umstritten war der Umbau im Wirtschaftsministerium unter dem damaligen Grünen-Minister Robert Habeck: Dort wurden neun Referatsleiterstellen ohne reguläre Ausschreibung mit Verweis auf ein «besonderes Vertrauensverhältnis» vergeben. Auch FDP-geführte Ministerien besetzten Dutzende Stellen direkt politisch, während die Berliner Grünen offen einräumten, nahezu die gesamte Führung von Polizei, Feuerwehr, Staatsanwaltschaft und Verfassungsschutz ausgetauscht zu haben.

Die Debatte fällt in eine politisch heikle Phase vor der Landtagswahl im September. In aktuellen Umfragen liegt die AfD in Sachsen-Anhalt mit 41 Prozent deutlich vor der CDU, die nur auf 26 Prozent kommt.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 02.06.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.