Russland will seine Kapazitäten für die Produktion von Angriffsdrohnen deutlich ausbauen und dafür die Herstellung von militärtauglichen Kohlefasern hochfahren. Das geht aus internen Unterlagen des russischen Staatskonzerns Rosatom hervor, die Politico vorliegen.
Demnach soll das Rosatom-Werk Alabuga-Wolokno in der russischen Republik Tatarstan bis 2029 jährlich zusätzliche 500 Tonnen Kohlefaser herstellen können. Der leichte und besonders belastbare Werkstoff wird für die Flugkörper von Drohnen benötigt. Der Waffenexperte David Albright vom Institute for Science and International Security schätzt, dass die zusätzliche Kapazität für rund 28.000 Flugkörper des Typs Shahed-136 beziehungsweise der russischen Variante Geran-2 pro Jahr reichen könnte, wie er Politico sagt.
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Nach ukrainischen Angaben kann Russland derzeit jährlich mehr als 36.000 Geran-Drohnen produzieren. Die zusätzliche Kohlefaserproduktion könnte die entsprechende Fertigungskapazität damit rechnerisch um rund 78 Prozent erhöhen. Rosatom wollte sich nicht zu den Unterlagen äussern. Nach Angaben des Magazins haben sowohl die ukrainische Regierung als auch ein Ausschuss des US-Repräsentantenhauses die Dokumente geprüft und deren Echtheit bestätigt.
Die russische Regierung genehmigte das Ausbauprojekt laut Politico bereits im Mai. Satellitenaufnahmen zwischen Mai und August zeigen nach dem Bericht Bauarbeiten auf dem vorgesehenen Gelände. Russland will zugleich seine Abhängigkeit von importierten Vorprodukten aus China verringern. Interne Rosatom-Unterlagen nennen ausdrücklich die «Importsubstitution von Dual-Use-Produkten» sowie den Bedarf der russischen Luftfahrt- und Rüstungsindustrie als Gründe für den Ausbau.
Die Fabrik und ihre Muttergesellschaft Umatex stehen unter Sanktionen der USA, Grossbritanniens und weiterer westlicher Staaten. Russland plant nach einer Analyse des Washingtoner Center for Strategic and International Studies zudem, im Rahmen seines nationalen Drohnenprogramms bis 2030 rund 130.000 unbemannte Fluggeräte herzustellen; bis 2035 soll die Zahl auf 350.000 steigen.