CIA-Chef John Ratcliffe hat Russland bei einem überraschenden Besuch in Moskau nach Medienberichten vor einer Eskalation gegen Nato-Staaten gewarnt. Hauptzweck der Gespräche am Dienstag sei eine Warnung vor «eskalierenden Handlungen gegen die baltischen Staaten» gewesen, berichtet Politico unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Ratcliffe hielt sich demnach nur wenige Stunden in der russischen Hauptstadt auf.
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Hintergrund sind Befürchtungen amerikanischer Geheimdienste, der russische Präsident Wladimir Putin könnte mit begrenzten Aktionen die Geschlossenheit der Nato und insbesondere die Verteidigungsbereitschaft der USA testen. Dabei müsse es nicht um einen offenen militärischen Angriff gehen. Als mögliche Szenarien gelten Cyberattacken, hybride Operationen oder andere Aktionen unterhalb der Schwelle eines konventionellen Krieges. Zuletzt hatten Drohnenvorfälle, Cyberangriffe und mutmassliche Sabotageakte die Nervosität in Europa erhöht.
Ratcliffe soll in Moskau zudem die russische Unterstützung für den Iran angesprochen haben. Laut einem britischen Regierungsvertreter forderte er Russland auf, keine Waffen und Verteidigungstechnologie mehr an Teheran zu liefern. Nach Angaben von CBS News drohte der CIA-Chef ausserdem mit weiteren Sanktionen, falls die Strasse von Hormus nicht wieder für den internationalen Schiffsverkehr geöffnet werde.
US-Präsident Donald Trump bestätigte die Moskau-Reise seines Geheimdienstchefs, widersprach jedoch Berichten über deren Zweck. In einem Radiointerview bezeichnete er den Besuch als «Semi-Routine». Es sei darum gegangen, Fortschritte bei einem Ende des Ukraine-Kriegs zu erzielen.