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«Polen will keine Atomsprengköpfe auf seinem Territorium haben»: Warschau erteilt Stationierung von Nato-Atomwaffen eine klare Absage

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«Polen will keine Atomsprengköpfe auf seinem Territorium haben»: Warschau erteilt Stationierung von Nato-Atomwaffen eine klare Absage
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Polen will trotz wachsender Sorge vor einem möglichen russischen Angriff auf Nato-Gebiet keine Atomwaffen seiner Verbündeten im eigenen Land stationieren. Der stellvertretende Verteidigungsminister Pawel Zalewski stellte dies am Donnerstag am Nato-Hauptquartier in Brüssel so deutlich klar wie bislang kein Vertreter der Regierung in Warschau. «Ich möchte es sehr klar und offen sagen: Polen will keine Atomsprengköpfe auf seinem Territorium haben», sagte Zalewski laut Politico. Polen wolle sich an der nuklearen Abschreckung der Nato beteiligen, dies bedeute aber nicht, selbst Atomwaffen beherbergen zu müssen.

Adam Warzawa/EPA/Keystone
Pawel Zalewski an einer Medienkonferenz in Polen
Adam Warzawa/EPA/Keystone

Die Aussage ist bemerkenswert, weil Polen in den vergangenen Jahren eine stärkere Rolle bei der atomaren Abschreckung des Westens angestrebt hat. Warschau führte erste Gespräche mit den USA über eine mögliche Ausweitung der amerikanischen nuklearen Abschreckung in Europa. Zugleich schloss sich Polen einer französischen Initiative an, mit der Paris seinen eigenen atomaren Schutzschirm stärker auf europäische Partner ausrichten will. Die Stationierung von Sprengköpfen auf polnischem Boden schliesst die Regierung nun jedoch ausdrücklich aus.

Damit zieht Warschau eine klare Grenze zwischen der Beteiligung an der nuklearen Abschreckungsstrategie der Nato und der tatsächlichen Lagerung von Atomwaffen im Land. Das Thema hat wegen der geografischen Lage Polens besonderes Gewicht: Das Land grenzt an die russische Exklave Kaliningrad sowie an Belarus und liegt an der Ostflanke der Nato. Westliche Regierungsvertreter warnen laut Politico, Russland könnte noch vor Ende dieses Jahrzehnts Nato-Gebiet angreifen. Jüngste Erkenntnisse amerikanischer Nachrichtendienste deuteten darauf hin, dass ein solcher Angriff sogar früher möglich sein könnte.

Innerhalb der polnischen Führung ist die Atomfrage damit allerdings nicht vollständig abgeschlossen. Präsident Karol Nawrocki hat die Möglichkeit offengelassen, dass Polen langfristig sogar ein eigenes Atomwaffenprogramm entwickelt. Während die Regierung fremde Sprengköpfe auf polnischem Boden nun ausschliesst, bleibt die grundsätzliche Debatte über Polens Rolle in der nuklearen Abschreckung Europas bestehen.

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