Der Erdrutschsieg der AfD in Sachsen-Anhalt sorgt weit über Deutschland hinaus für Schlagzeilen. Mit rund 44 Prozent hat die Partei ihr Ergebnis von 2021 mehr als verdoppelt. Die CDU stürzt auf etwa 18,5 Prozent ab. Internationale Medien sprechen von einer Zäsur. Und vor allem von einer schweren Niederlage für Bundeskanzler Friedrich Merz.
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Der britische Telegraph sieht die «migrantenfeindliche AfD» auf dem Weg zu einem «überwältigenden Wahlsieg». Die Financial Times bezeichnet das Resultat als «Durchbruch» für die Partei und gleichzeitig als «schweren Rückschlag» für Deutschlands etablierte Kräfte.
Noch deutlicher wird die Times: Das Ergebnis sei eine «persönliche Demütigung für Friedrich Merz». Der Kanzler habe sich im Wahlkampf weitgehend zurückgehalten, weil seine Unbeliebtheit der AfD zusätzlich hätte helfen können.
Auch in Südeuropa dominiert eine dramatische Tonlage. La Repubblica schreibt von der «schwarzen Welle der AfD», die spanische La Vanguardia von einem Rekordsieg, der «die deutsche Politiklandschaft aufgerüttelt» habe.
Die belgische Wirtschaftszeitung De Tijd sucht die Ursachen dagegen nüchterner: Die AfD habe von der Frustration über die schwache Wirtschaft und hohe Energiepreise profitiert und mit Forderungen nach einem Migrationsstopp, einem Ende der Klimaschutzmassnahmen und besseren Beziehungen zu Russland gepunktet.
Die New York Times hebt hervor, dass die Zugewinne der AfD fast vollständig zu Lasten der CDU gegangen seien. Diese sei «mit Abstand» die grösste Verliererin des Abends. In Polen fragt das Portal Onet bereits: «Politische Wende in Deutschland?»
Der Tenor der internationalen Presse ist damit bemerkenswert einheitlich: Sachsen-Anhalt war keine gewöhnliche Landtagswahl. Der Triumph der AfD wird als historischer Einschnitt wahrgenommen. Vor allem aber auch als Warnsignal für Merz und die politische Mitte Deutschlands.