Die OECD fordert von der Schweiz höhere Steuereinnahmen, Reformen der Altersvorsorge und bessere Bedingungen für den Wohnungsbau. Trotz der soliden Finanzlage sieht die Organisation wegen der alternden Bevölkerung sowie steigender Gesundheits- und Verteidigungskosten langfristigen Handlungsbedarf. Dies zeigt der neue OECD-Wirtschaftsbericht.
Konkret empfiehlt die OECD, die Mehrwertsteuer stärker anzuheben als bisher geplant. Zudem soll das gesetzliche Rentenalter nach 2035 schrittweise an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden. Damit sollen die öffentlichen Finanzen und die Finanzierung der Altersvorsorge langfristig stabilisiert werden.
Christian Beutler/Keystone
Handlungsbedarf sieht die OECD auch auf dem Wohnungsmarkt. Besonders in Städten und touristischen Regionen halte das Angebot nicht mit der Nachfrage Schritt. Komplexe Bauvorschriften, hohe Kosten und langwierige Bewilligungsverfahren bremsten den Neubau. In einzelnen Kantonen könne die Genehmigung fast 500 Tage dauern. Die OECD fordert deshalb einheitlichere Bauvorschriften und digitale Verfahren.
Zudem empfiehlt sie, bestehende Mieten stärker an lokale Marktmieten anzupassen und ungenutzten oder untergenutzten Wohnraum stärker zu besteuern. Weniger Bürokratie, tiefere Handelshemmnisse und mehr Wettbewerb sollen darüber hinaus die Produktivität steigern.