Der Schweizer Nuklearforscher Andreas Pautz hält zwei neue Kernkraftwerke für ausreichend, um die erwartete Stromlücke der Schweiz bis 2050 zu schliessen. Dies sagt der Leiter des Forschungsbereichs Nukleare Energie und Sicherheit am Paul-Scherrer-Institut (PSI) in einem Interview mit der NZZ.
Pautz sieht Kernkraft als Ergänzung zu Solar- und Windenergie. Neue Anlagen könnten die Abhängigkeit von Stromimporten im Winter reduzieren. Zwingend notwendig seien neue AKW allerdings nicht, sofern die Ausbauziele bei erneuerbaren Energien erreicht würden und der Stromhandel mit dem Ausland funktioniere.
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Moderne Reaktoren sind nach Einschätzung von Pautz sicherer als bestehende Anlagen. «Unsere existierenden Anlagen sind auf einem sehr hohen technischen Sicherheitsniveau – trotzdem sind zehn weitere Jahre Betrieb von Altanlagen grundsätzlich mit grösseren Risiken verbunden als ein neues Kraftwerk, das achtzig Jahre laufen würde.»
Für ein Kraftwerk von der Grösse Gösgens veranschlagt Pautz Baukosten von etwa acht bis zehn Milliarden Franken. Er fordert zudem schnellere Bewilligungsverfahren. Ein Verzicht auf das Rahmenbewilligungsverfahren an bestehenden Standorten wie Gösgen und Leibstadt könnte nach seiner Einschätzung drei bis fünf Jahre einsparen. Auch staatliche finanzielle Absicherungen für Investoren hält er für notwendig.