Das Flugzeug des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ist beim Start in Moldau offenbar nur knapp mit einer Drohne zusammengestossen. Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre bestätigte den Vorfall gegenüber dem Sender NRK: «Sein Flugzeug wurde beinahe von einer Drohne getroffen, als es in Moldau starten sollte. Das ist die Realität, in der er sich befindet.»
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Selenskyj befand sich auf dem Weg nach Oslo, wo er am Staatsbegräbnis des verstorbenen norwegischen Königs Harald V. teilnahm. Nach Angaben der ukrainischen Zeitung Kyiv Independent handelte es sich bei dem Flugkörper um eine russische Shahed-Angriffsdrohne, die in den moldawischen Luftraum eingedrungen war. Eine offizielle Bestätigung dieser Darstellung liegt bislang nicht vor.
Shahed-Drohnen können laut dem Bericht rund fünfzig Kilogramm Sprengstoff tragen. Russische Drohnen sind während des Ukraine-Kriegs wiederholt in den Luftraum Moldaus eingedrungen. Ob dies jeweils auf elektronische Störungen zurückzuführen ist oder Russland das Nachbarland der Ukraine gezielt unter Druck setzt, ist ungeklärt.
Støre berichtete zudem von einem Gespräch mit Selenskyj am folgenden Morgen. Auf die Frage, wie seine Nacht gewesen sei, habe der ukrainische Präsident erklärt, sie sei nicht gut gewesen. Selenskyj habe am Telefon laufend Meldungen darüber erhalten, wo russische Raketen eingeschlagen seien.
Der ukrainische Präsident nutzte seinen Aufenthalt zugleich, um für zusätzliche Luftabwehr zu werben. Als Schwachpunkt bezeichnete er die Abwehr ballistischer Raketen. Gespräche darüber wolle er mit Norwegen und Kanada führen. Kiew strebt zudem ein eigenes Abwehrsystem an. Eine Rolle könnte dabei der norwegische Rüstungskonzern Kongsberg spielen, der mit Freyja eine neue Rakete zur Ergänzung des Flugabwehrsystems Nasams entwickelt.