Kapitel
- Einleitung und Begrüssung
- Aufgaben der Weltwoche
- Vergleich mit Film 'The Day After Tomorrow'
- Journalistische Verantwortung
- Interview in der Neuen Zürcher Zeitung
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Grüezi miteinander ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten morgen meine sehr verehrten damen und herren liebe freunde aus nah und fern ich begrüße sie zur schweizerischen ausgabe von weltwoche daily die andere sicht unabhängig kritisch gut gelaunt und zuversichtlich am mittwoch dem 26 august 2000 Und 26. Die Weltwoche hat publizistisch zwei Aufgaben. Erstens, Gegensteuer geben. Immer wieder gegen diese Marschkolonnen vermeintlicher Absolutwahrheit anzutreten, um eben die Neigung im Menschen sich einzubilden. Er besitze die absolute Wahrheit. Da muss man ansetzen, da muss man verunsichern, da muss man dagegenhalten. Denn... Allzu schnell folgt eben diese Einbildung, allzu schnell schwingen sich da die Menschen zu Wahrheitsaposteln auf, aber die Situation, die Lage, die Wirklichkeit ist meistens etwas komplizierter und der Anpassungsdruck, der Konformitätsdruck, der ist eben erdrückend. Das merken Sie in verschiedenen Situationen, zum Beispiel im Geschäft. Machen Sie mal die Probe aufs Exempel. die Runde sich einig ist bei einem bestimmten Thema, freundliche Gesichter, man lacht, ja, bringen Sie dann die Gegenmeinung, sagen Sie womöglich noch dem Chef, dass er falsch liege und Sie werden die atmosphärischen Veränderungen sofort mitbekommen. Das ist dann wie in diesem Film, The Day After Tomorrow, über die plötzlich ausbrechende Eiszeit, als da in einer der Szenen die Luft gefriert und die Helikopter abstürzen, die Rotorblätter. nicht mehr drehen. Das werden sie dann erleben. Frostbeulen der Abneigung, Frostbeulen der sozialen Isolation. Und damit ist immer wieder klar, dass eben Menschen Mühe haben, gegen diese Konformität, gegen diese vermeintlichen Wahrheiten anzutreten. Wir Journalisten allerdings müssen es machen. Und die Weltwoche hat das zu ihrem Spezialgebiet erklärt. Wir sind sozusagen der Winkelried, der immer wieder die Fenster öffnet, Frischluft reinlassen muss und Denkvarianten vorführt, damit sie dann auch widersprechen können, damit man diskutiert. Also das ist das eine Gegensteuer geben und das andere ist natürlich die Urteilskraft schärfen. Das ist auch eine ganz faszinierende Aufgabe für Journalisten. Wie muss man sich zu den bestimmten Ereignissen, die laufen, verhalten? Was ist die richtige Einschätzung? Was wird der Realität am ehesten? Gerecht, eine zweite enorm entscheidende Dimension und das dritte und das ist dann das Unverhandelbare. Da gibt es keine Diskussion, nein man kann auch dagegen halten, aber da stehen wir für die Schweiz. Das ist die Leitschnur, das ist der Anker, das ist der Kompass. Die Weltwoche gibt Gegensteuer unkonventioneller Journalismus zum Wohle. unseres Landes zum Wohle der Schweiz. Und da stehen wir auf dem Boden der direkten Demokratie, des Antizentralismus, dass eben die Entscheidungen möglichst weit unten gefällt werden. Und drittens, last but not least, wir stehen auf dem Boden der Schweizer Neutralität, die Weltwoche Schweizer Neutralität. Eine unglaublich wichtige Staatssäule, im Moment vielleicht eine der wichtigsten. Und heute ist ein tolles Interview erschienen in der Neuen Zürcher Zeitung. Ich komme dann gleich darauf zurück. Die NZZ ist ja so etwas wie das Zentralorgan der Neutralitätsabschaffer geworden. Aber heute haben wir einen Gegenakzent. Und zwar redet der Diplomat, der Historiker und auch Weltwoche-Autor Dr. Paul Wittmer über die Neutralität. Der Titel, Befürworter einer starken Neutralität als Putin-Agenten darzustellen, ist... Inakzeptabel, eine glaubwürdige Neutralität verlangen Standfestigkeit, sagt der frühere Diplomat Paul Widmer im Gespräch. Ein Bundesrat dürfe nicht mit einer Kriegspartei fraternisieren. Das sind Selbstverständlichkeiten, dass man als Außenminister nicht am Rockzipfel des ukrainischen Präsidenten Zelensky herumwatscheln sollte, weil das natürlich der ganzen Welt vorführt, dass man nicht mehr neutral ist. Selbstverständlich darf eine Schweiz auch keine Sanktionen ergreifen gegen... Die Kriegsparteien darf sich nicht einseitig einmischen, auch nicht mit nicht-militärischen Kampfmitteln. Das ist alles in Vergessenheit geraten. Es ist aber nichts Neues, dass die Schweizer... als sich im Verlauf ihrer langen Geschichte immer wieder abhanden zu kommen drohte. Und beim Thema Neutralität gab es da schon die heftigsten Debatten. Der Schweizer Neutralitätshistoriker Edgar Bonjour hat darüber mehrere Bände verfasst. Sie stapeln sich da auf meinem Tisch, weil ich mich nicht mehr losreissen kann von der Lektüre. Das ist hochinteressant, das ist wie ein Krimi. und im Moment lese ich gerade die Depeschen. und Kommentare und Benachrichtigungen führender schweizerischer Diplomaten zur Zeit des Zweiten Weltkriegs an den Bundesrat. Und da gäbe es so viele Passagen, so viele interessante Abschnitte zu vergegenwärtigen, aber das würde uns zu weit führen hier in dieser Sendung am Morgen. Aber ich möchte jetzt doch in Band 9 der Geschichte der schweizerischen Neutralität mit diesem schönen Bild hier, die Wehrhaftigkeit, die Ja, eben auch bodenständige Wehrhaftigkeit im Dienste unserer Kinder, unserer Familien. Das ist sozusagen der selbstverständliche Patriotismus der Schweiz, damals noch in der Nachkriegszeit hier eingefangen. Damals wusste man auch noch, was Neutralität ist, aufgrund der noch wachen Kriegserinnerung. Heute ist das weggeschlummert, entschlummert in den 80 Jahren. des Friedens seit dem Zweiten Weltkrieg ist ja auch nicht verwunderlich, dass selbst eine Schweiz die Neutralität verlernen kann, wenn eben die existenziellen Voraussetzungen und Lebenserfahrungen oder auch Nahtoderfahrungen, die natürlich Kriege mit sich bringen, wenn das weit, weit weg ist oder eben wenn Kriege gar nicht mehr in unmittelbarer Nähe stattfinden, dann geht eben auch das ganze politische Bewusstsein flöten. Und das finde ich übrigens interessant an dem... Und dem serbischen Präsidenten Alexander Vucic, den wir hier schon mehrfach interviewt haben, er hat den Krieg noch erlebt, den Krieg der NATO gegen Serbien, den man ja auch weithin vergessen hat. Man redet immer davon, der Ukraine-Krieg sei der erste Krieg seit dem Zweiten Weltkrieg in Europa. Da fängt die Verdrängung, da fangen die Fake News schon an. Hat man vergessen, dass die NATO ohne UNO-Auftrag, ähnlich wie Putin heute, Einfach... in Jugoslawien reingefallen ist, mit irgendwelchen Begründungen, die sich dann im Nachhinein als falsch herausgestellt haben. Da ist vieles noch umstritten, da kann man auch darüber diskutieren. Beim Ukraine-Krieg, da ist ja alles verboten, da darf man nichts sagen. Aber gehen wir zurück zum Zweiten Weltkrieg, gehen wir zurück zu diesen diplomatischen Standortbestimmungen und halten wir uns an Walter Stucki, den berühmten... damals zu Beginn des, oder vor Beginn, vor Ausbruch oder vor Eskalation des Zweiten Weltkriegs, man wusste noch gar nicht, dass das zum Zweiten Weltkrieg wurde, am 9. Oktober 1939, Paris, da war Walter Stucki Vertreter der Schweiz, Botschafter in Paris und er schreibt da an Giuseppe Motta, den Außenminister, seine Beurteilung und da ist vor allem eine Passage interessant. Landmann fragte sich nämlich 1939, Krieg ist in der Luft, Deutschland könnte Frankreich angreifen. Wie greift Deutschland Frankreich an? Werden die Deutschen, um das Trauma des Ersten Weltkriegs, den Stellungskrieg zu vermeiden, werden sie über die Schweiz kommen oder werden sie nicht über die Schweiz kommen? Folgendes hat Stucki an den Aussenminister damals formuliert. Eine Aktion durch die Schweiz betrachtet man, also hier referiert er französische Einschätzungen, referiert man, betrachtet man als außerordentlich unwahrscheinlich, weil sie auf einer zu kleinen Front angesetzt werden könnte, in unserem Gelände große Schwierigkeiten findet, auf eine Armee und Befestigungen stößt, die den belgisch-holländischen Abwehrmitteln wesentlich überlegen sind und schließlich, weil Frankreich in und hinter dem Jura bereit ist, einen solchen Stoß aufzufangen. Das ist interessant, weil Stucke hier ... Aus der Perspektive natürlich einer strikten Neutralität, er schreibt dann auch, wie er den Franzosen versichert, dass die Schweiz ihr Territorium gegen einen deutschen Vorstoss verteidigen würde, dass die Schweiz natürlich an ihrer strikten, unbedingten, absoluten Neutralität festhält, dass sie den Grossmächten keinen Grund liefern will, sie anzugreifen, keine Provokationen, keine Einmischung, so also auch die Angriffswahrscheinlichkeit verringert. Aber der Diplomat wusste natürlich, dass eine reine... Neutralität, sozusagen eine politische Haltung, die schweizerische Grundhaltung, die allein sorgt nicht für Sicherheit. Es braucht natürlich die glaubwürdige Abschreckung und die Beschreibung. Er schreibt hier, dass es für die Deutschen kostspieliger, teurer, schrecklicher, tödlicher gewesen wäre, durch die Schweiz anzugreifen. Auch interessant, dass man in Frankreich damals der Auffassung war, dass die Befestigungsanlagen, die militärische Abschreckung, die Eigenverantwortlichkeit, die Selbstverteidigungsfähigkeit, dass die in der Schweiz stärker ausgeprägt gewesen wäre. Man wusste das ja nicht hundertprozentig, man konnte nur in Szenarien arbeiten, als in Belgien oder in Holland. Und siehe da tatsächlich, zum Glück für unser Land, aber das ist eben auch die Folge des Verdienstes, des Festhaltens an der Neutralität und an der Verteidigungsfähigkeit, sind dann die Deutschen tatsächlich mit verheerender, mit zerstörerischer Wucht über andere neutrale Länder dann vorgestoßen. Frankreich, Länder übrigens, die nicht eine immerwährende, also permanent glaubwürdige Neutralität vertreten haben und vor allem Länder, die sich eben im Ernstfall nicht verteidigen konnten, was bei der Schweiz ein ganz entscheidender Faktor ist. Was auch auffällt in diesen Briefen, ist das Gefühl, das Bewusstsein der existenziellen Bedrohung, sowohl durch mögliche militärische Angriffe, darum war man peinlichst darauf bedacht, diese Neutralität einzuhalten. Man hat sie auch im Verlauf des Zweiten Weltkriegs immer wieder den Deutschen in Person, auch unseres Generals, damals Henri Guisan, versichert. Man hat gesagt, wir werden immer unser Territorium auch gegen die Feinde Deutschlands verteidigen. Wir sind kein heimlicher Mitarbeiter der westlichen alliierten Wertegemeinschaft gegen Deutschland. Wir sind neutral, wir halten uns raus, wir kommentieren nicht. Die Schweizer haben zwar ihre Meinungen, aber wir als Regierung, als Staat verhalten uns neutral und das muss der bis zum Schluss, als Deutschland schon am Zusammenbrechen war, musste das immer noch versichert werden. Also diese existenzielle Dimension war den Leuten damals noch bewusst. Und zweitens, darüber schreibt Stucki mehrere Briefe, nämlich die Ernährungslage, die drastische Versorgungslage. Man hat gesagt, durch diesen Krieg und dann auch durch den Angriff Deutschlands auf Frankreich Werde der Nachschub, werden die Warenlieferungen in die Schweiz... extrem erschwert und es werde eine Hungersnot ausbrechen. Also wenn man heute erzählt, die Schweiz habe da überhaupt nichts mitbekommen und man habe sich da quasi im Tiefschlaf durch diesen Krieg mit Anpassung etc. durchgemogelt, dann ist das einfach eine Geschichtslüge. Das ist Geschichtsklitterung. Übrigens ein ganz anderes Thema, ebenfalls in diesem Buch drin, Stucki schildert die Stimmung in Frankreich nach dem Sieg. der deutschen nach der Niederschlagung der französischen Armee. Und was er da notiert, ist in höchstem Maße faszinierend, irgendwie auch beunruhigend. Er sagt nämlich, dass nach der Niederlage Frankreichs gar kein deutschen Hass in Frankreich geherrscht habe, im Gegenteil, große Bewunderung für die Deutschen und ihren Diktator, den man da auch als eine Art Verteidigungsbastion gegen den Kommunismus, gegen den Bolschewismus sah. Man war nicht über die Deutschen verärgert, sondern vielmehr über die eigene Regierung und dort insbesondere über die Linken, die sozialistischen Regierungen und ihre entsprechenden Politiker. Walter Stucki schildert dann auch seine Begegnungen mit dem französischen Marshal Pétain, der ja sozusagen den französischen Rumpfstaat dann noch als Präsident führte. auch da seine Beurteilungen, seine Beobachtungen hochinteressant. Und wissen Sie, was es so interessant macht? Die Abwesenheit von politischer Korrektheit und diesem fürchterlichen Moralismus, der heute ja viele Menschen daran hindert, die Realität adäquat wahrzunehmen. Die Neue Zürcher Zeitung, wir haben über sie gesprochen, gestern ein Kommentar der Inlandchefin Christina Neuhaus jeden Tag wieder. irgendeine Pfeilspitze gegen die schweizerische Neutralität, gegen die Neutralitätsinitiative. Gestern hat die NZZ, und das war wirklich ein neuer Höhepunkt hier in der Berichterstattung, hat die NZZ gesagt, sogar die Gruppe Schweiz ohne Armee ist gegen die Neutralitätsinitiative. Jetzt also sind die Armeeabschaffer die Kronzeugen für die NZZ geworden. Also jene Kreise. die immer schon die Neutralität haben, abschaffen wollen, werden jetzt von der Inlandschef in der NZZ als Graalsüter bzw. als Wahrheitsorakel und als Orientierungskompass herbeigezogen. Seht her, sogar die Armeeabschaffer und Neutralitätsgegner sind gegen die Neutralitätsinitiative. Da muss man ja gegen die Neutralitätsinitiative sein. Da würden sich natürlich frühere Generationen von NZZ-Chefredaktoren im Grab umdrehen. Das wäre unmöglich gewesen. Sie sehen dann in der neuen Weltwoche Philipp Gut einen tollen Artikel geschrieben über die NZZ und die schweizerische Neutralität. Wie noch vor kurzem, bis vor kurzem, die Chefredaktoren der Neuen Zürcher Zeitung diese schweizerische Neutralität ohne Wenn und Aber verteidigt haben, nicht nur publizistisch, sondern auch politisch mit allen möglichen Interventionen. Davon hat sich die NZZ, die alte Tante von der Falkenstrasse, komplett verabschiedet, durch den Zeitgeist verwirrt, komplettes Durcheinander hier. Man weiss einfach nicht, wo einem der Kopf steht. So gesehen ist die NZZ ein wunderbares Spiegelbild, auch ein Symptom der geistigen Verwirrung. Die wir momentan, diese eben Wohlstands-Narkotisierten-Verwirrung, die wir da in Bezug auf die schweizerische Neutralität haben, das ist der Grund übrigens, warum wir jetzt ein paar schöne Poloshirts auflegen, die Weltwoche Schweizer Neutralität, hier mit dem Jahresdatum der Gründung der Reitgenossenschaft und hier natürlich unserem schönen Schweizer Kreuz. Ich werde sie dann zeitnah... in Kenntnis setzen, wie man in Besitz eines solchen wunderschönen Poloshirts kommen kann, das wir da auch noch in anderen Farben darlegen. Gut, also gestern Christina Neuhaus und heute wie ein Turm in der Landschaft der frühere Diplomat Paul Wittmer, Befürworter einer starken Neutralität als Putin-Agenten darzustellen ist inakzeptabel. Er legt in ruhigen, überlegten Worten dar, was die Neutralität ist und was sie eben Nicht ist, und er erklärt auch, dass die Schweiz, was ich Ihnen hier schon oft gesagt habe, massiv an Prestige verloren habe, international, dass die Großmächte nicht mehr die schweizerische Neutralität sehen, dass sie also die Schweiz nicht mehr als neutral erachten, sowohl Joe Biden bei den Amerikanern damals, wie auch Wladimir Putin, der russische Präsident, sie sehen die Schweiz nicht mehr als neutral an, darum wird auch nicht mehr in der Schweiz richtig verhandelt, darum finden eben diese Friedensgespräche. jetzt auf höchster Stufe in anderen Ländern statt. Das war noch 2021 anders, als sich vor Einmarsch der russischen Truppen die Amerikaner und die Russen, vertreten durch ihre Präsidentin in Genf, getroffen haben. Aber das will man hier ja alles nicht zur Kenntnis nehmen. Man wischt das beiseite. Paul Wittmer bezeichnet die Neutralität als zentralen Pfeiler unserer Schweizer Demokratie. Es gehört zum... Wesen der immerwährenden Neutralität, dass die Macht der Regierung eingeschränkt ist. Da wendet er sich gegen diese unqualifizierten Feststellungen. Ja, die Schweiz darf sich doch keine Fesseln anlegen, weil die Neutralität ist eine ganz wesentliche Fessel. Eine Machteinschränkung. Wollen wir eigentlich in der Schweiz dem Staat keine Machtbeschränkungen mehr auferlegen? Sind wir mittlerweile dermaßen verstaatlicht im Hirn? Beten wir den Staat an, betreiben wir eine Staatsvergottung, dass eine Fessel, eine Machteinschränkung bereits von den Bürgern als Ungeheuerlichkeit empfunden wird. Das sind die Argumente, die hier nach vorne treten in dieser absurd geführten Diskussion, wobei die Kritiker und Gegner der Neutralität nicht mit Argumenten kommen, sondern mit Verleumdungen, und zwar mit gehässigen Verleumdungen. Man ist daneben Putin-Agent. Ich habe gelesen über mich, da in diesem linksextremen Blatt, Republik, in diesem Portal, das sei internationalisierter Faschismus da, was da der Köppel macht mit seinen Gesprächen und mit seiner Verteidigung der Neutralität und Christoph Blocher, der arme alte Mann von Herliberg, der habe sich da einspannen lassen von finsteren Mächten und damit bin ich gemeint. Und da sieht man natürlich schon die schnapp atmende Verzweiflung eben jener Kreise, wenn du dem anderen nur noch den Nazi anschmieren kannst, dem Faschisten. dann pfeifst du argumentativ aus dem letzten Loch und man versucht damit zu einer Pose der moralisierenden Überheblichkeit des Weltschiedsrichtertums. Natürlich tiefer Provinzialismus, das sind ja Journalisten, die gar nie ins Ausland gehen, die gar nie mit irgendjemandem reden, aber eben aus ihren Schreibstuben heraus sind sie von absoluter Gewissheit beseelt, zumindest bilden sie sich das an die Schweiz hat, an Prestige eingebüßt, der amerikanische Präsident Joe Biden und der russische Ministerpräsident. Präsident Wladimir Putin fand, beide die Schweiz sei nicht mehr neutral. Wenn die beiden Hauptprotagonisten in diesem Punkt übereinstimmen, dann ist etwas schief gelaufen. Der Bundesrat hat zunächst für vier Tage, das ist auch interessant, das war gar nicht alternativlos, die Neutralitätspreisgabe damals nach dem Einmarsch der Russen. Wittmann sagt, der Bundesrat hat zunächst für vier Tage eine andere Politik eingeschlagen. Und zwar diejenige, die er nach der russischen Annexion der Krim im Jahr 2014 verfolgt hat. Damals schloss er sich den Sanktionen nicht an, entschied aber, dass die Schweiz keine Umgehungsgeschäfte toleriert. Das ist der Cura Normal. Und dann die NZZ fragt, ja, wie meinen Sie genau? Das heißt, man weiß das alles gar nicht mehr, aber man maßt sich natürlich seitens der NZZ abschließende, absolute Urteile über die Neutralität an. Das ist auch ein Wohlstandsverblödungssyndrom, das wir da sehen. Weitere Sätze aus dem Interview. Großmächte haben Neutrale nie gerne. Sie erwarten Gefolgschaft und bevorzugen deshalb Systeme kollektiver Sicherheit, die sie eben nach Belieben steuern können. Ja, ja, ihr seid schon noch neutral, aber bleibt auf unserer Seite. So äußerte sich Karl Bild, da kürze ich im Tagesanzeiger. Ja, die Neutralität ist Tripprepp-Fahrerei, ihr müsst uns helfen. So äußerte sich auf Einladung des Bundes, des Außenministers Gassis, der... Der deutsche Aussenminister Johann Wadephul, nicht zu neutral werden, ihr Schweizer. Und jetzt hat sich auch noch Präsident Zelensky eingemischt mit einem Twitter- oder X-Eintrag und hat gesagt, die Schweiz war natürlich immer neutral, aber nie im Geist. Ihr habt uns geholfen. Also Neutralität ist, wenn man uns hilft, wenn man auf unserer Seite steht. So definieren übrigens auch die Iraner die schweizerische Neutralität. Aber das ist natürlich die Nicht-Neutralität. die Neutralität hilft eben nicht einfach einer Seite, sondern sie hilft sich selbst, sie hilft dem neutralen Staat. Das ist die Überlebenskunst des Kleinstaates. Das ist die schweizerische Neutralität. Bundesrat Ignacio Gassis verfolgte gegenüber der Ukraine eine unglückliche Politik. Ich meine die Fraternisierung mit dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky und die Konferenz auf dem Bürgerstock. Ja, der Bürgerstock, diese Konferenz der Inkompetenz, als die Schweiz eine Friedenskonferenz durchführte ohne Russland, sagt die NZZ. Ja, aber die Russen wollten nicht kommen. sagt Paul Wittmann, der frühere Diplomat, völlig zu Recht, dann hätten wir die Konferenz gar nicht durchführen sollen. Weil so hat man sich einspannen und vorführen lassen als nicht neutral. Aber die Medien und insbesondere auch die NZZ haben diese Konferenz auch noch hochgejubelt und zum Instrument zur Waffe gegen Russland geschmiedet. Insofern, als man gesagt hat, ja seht her, da diese Schnöten, diese bösartigen Russen, die kommen eben nicht, sind selber schuld. Das sind alles neutralitätsverwahrloste, Anmassungen, das sind diese Überheblichkeiten, die wir da beobachten, dann darf man eben keine Friedenskonferenz einberufen, sagt Paul Wittmann und er hat natürlich absolut Recht. Die Schweiz bedötigt die guten Dienste nicht, um ihre Aussenpolitik zu rechtfertigen. Wir müssen uns doch nicht rechtfertigen für unsere Neutralität. Da fängt es auch schon an. Sie sind ein Putin- Freund. Sie müssen jetzt zeigen, dass sie auch für die Demokratie sind. Alles Unsinn. Einmischungen in den Abstimmungskampf hat es schon immer gegeben, schreibt, sagt Paul Wittmer zu Recht. Im Ersten, im Zweiten Weltkrieg war die Schweiz voll mit Spionen, die sich da versucht haben, einwirkend einzubringen. Influencer, er bezeichnet da den Harry Graf Kessler als Influencer, ein berühmter Buchautor aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Gegner von der Linken bis zur FDP sprechen von der Pro-Putin-Initiative. Hat sie das getroffen. Auch schon wieder so eine Unterstellung, als ob Paul Wittmer ein Putin unterstellt hätte. Muss er sich noch rechtfertigen? Sagt er, das ist eine üble Polemik. Befürworter einer starken Neutralität als Putin-Agenten abzustempeln ist inakzeptabel. Das wäre genauso, als hätte man Bundesrat Motta und all jene, die in den 1930er Jahren zur Integralneutralität zurückkehren wollten, als Mussolini-Anhänger hingestellt. Oder den früheren NZZ-Chefredaktor Willy Bretscher, der nach dem Einmarsch der Deutschen in Polen die Neutralität verteidigt hat, als Hitlerfreund. Da sieht man wunderbar, wie Paul Wittmer hier die NZZ vorführt. Ja, man könne dann halt keine Sanktionen mehr übernehmen. Und ja, die Schweiz benötigt für ihre immerwährende Neutralität eine starke Armee. Das Ausland muss spüren, dass wir bereit sind, uns selbst zu verteidigen. Und das sind die eben nicht mehr im Ausland. Und wenn man die ganze Zeit nach der NATO ruft und nach den internationalen Bündnissen, und das machen ja auch unsere Armeeverantwortlichen, dann entstellen sie ihre eigene Schwäche zur Kenntlichkeit und schaden auch dem Ansehen der Schweiz. Grossartig, dass er hier das sagt. Die Schweiz braucht auch eine Rüstungsindustrie. Also da würde ich sagen, ein Ziel, ein Startziel, ein Sieg, ein Kantersieg, ein K.O.-Treffer nach dem anderen für den früheren Diplomaten Paul Wittmann. Bravo, ein grossartiges Inter. Interview in der NZZ. Das ist auch wichtig, weil die NZZ ist am verwirrtesten beim Thema Neutralität. Sie engagiert sich stark, aber eben in die falsche Richtung. Schweizer Gesellschaft ohne Armee, gegen SOA, Schweiz ohne Armee. Orientiert euch, liebe NZZ, eher an Paul Wittmer als an der Gesellschaft für eine Schweiz ohne Armee. Die Liebesaffäre am Bundesgericht kommt vom Das Parlament, das Bundesgericht macht eine ganz schwache... Die Figur gibt einen ganz schwachen Eindruck ab hier. Man schiebt das jetzt ans Parlament ab, weil das Bundesgericht selber nicht die Kraft hat, die beiden Bundesrichter, die in einer heimlichen Liebesbeziehung miteinander verquickt waren, schwerwiegende Interessenkonflikte, Verstoße auch gegen gesetzliche Regelungen, die von sich aus zu suspendieren und zu sagen, das geht nicht. Also das Bundesgericht ist nicht führungsfähig, ganz massives Führungsversagen. Und jetzt hat man es auf die politische Ebene gelupft und da wird man dann selbstverständlich aus parteipolitischen Gründen entsprechend arbeiten. Da steht natürlich jetzt die Glaubwürdigkeit unseres Bundesgerichts auf dem Prüfstand. Heute Mittwoch da die entsprechenden Diskussionen und Erwägungen. Ulrich Mayer, der frühere Bundesgerichtspräsident, der von der Weltwoche auch schon kritisiert wurde, hier aber mit uns übereinstimmt. schreibt in der NZZ, warum diese Liebesaffäre absolut inakzeptabel ist und warum das eben ein Verstoss ist gegen das Bundesgerichtsgesetz. Der Social-Media-Konsum von Kindern hat sich in vier Jahren halbiert. Claudia Blume mit einer sehr interessanten Recherche zum rückläufigen Social-Media-Gebrauch in der Schweiz. Und das Parlament will ein eigenes Besucherzentrum errichten für 44 Millionen Franken. Und das soll einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Arbeit des Parlaments erlebbar zu machen, so die Studien, meine Damen und Herren, ersatzlos streichen. Wir brauchen doch kein Erlebnis-, Begegnungs- und Informationszentrum. das der Bevölkerung vorführt, inszeniert, was für grossartige Leistungen und Arbeiten unsere Parlamentarier vollbringen. Das ist parlamentarische Selbstinszenierung, das ist die Politik, die Demokratie, die Reitelkeit, der Narzissmus. 44 Millionen Franken. Ich kann mir nicht vorstellen, 19 Mitarbeiter soll es dann auch noch brauchen, ich kann mir nicht vorstellen, dass die Schweiz einen derartigen Unsinn beschliesst, wenn... das der Fall sein sollte. Wenn man diese Selbstinszenierung hier tatsächlich zulässt, also dann muss man einschreiten, alle Parlamentarier, die da ja stimmen für so etwas, die dürfen sie bei den nächsten Wahlen nicht mehr wieder wählen. Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit, heute etwas ausführlicher zum Thema Neutralität, jetzt dann gleich die internationale Ausgabe. Ich freue mich und bleiben Sie dran. Schweizer Neutralität, die Weltwoche seit 1291, unser Land, die Eidgenossenschaft, wir müssen sie wieder verteidigen. Und wir müssen diese Staatspfeiler in Erinnerung rufen, und zwar so, wie sie richtig zu verstehen sind. Nichts Neues unter der Sonne, dass da gelegentliche Nachhilfe nötig ist. Machen wir gerne. Bis gleich. Entschuldigen Sie, bevor Sie dieses Video nun wegklicken. Was Sie eben gesehen haben, diese Art von Journalismus, die gibt es eigentlich in dieser Form fast nicht mehr auf dieser Welt. Rede und Gegenrede, die andere Sicht beleuchten, das ist die Weltwoche unabhängig, kritisch und ja, auch gut gelaunt, weil wir eben glauben, dass selbst in den schlimmsten Abgründen immer irgendwo ein Lichtblick liegt. Wir beleuchten, was andere weglassen. Wir sprechen mit jenen, mit denen sich sonst niemand zu unterhalten getraut. Wir schreiben, was ist. Abonnieren Sie daher die Weltwoche. Jedes Abo ist eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt. Denn unabhängiger Journalismus funktioniert eben nur mit unabhängig kritischen und vielleicht auch gut gelaunten Lesern. Sie sind der Grund, warum wir machen können, was wir eben machen. Alle Abo-Optionen finden Sie auf unserer Website www.weltwoche.de Sowohl für Print als auch digital und massgeschneidert auch für Deutschland. Und wenn Sie bereits Abonnent sind, dann möchte ich mich an dieser Stelle einfach mal bei Ihnen bedanken und wünsche Ihnen nun viel Vergnügen beim nächsten Video.
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