Der Iran hat den USA einen neuen Vorschlag für eine Waffenruhe und eine Wiederöffnung der Strasse von Hormus vorgelegt. Irans Aussenminister Abbas Araghtschi sagte am Donnerstag in New York, Teheran habe den Plan über Vermittler an das Weisse Haus übermittelt. «Wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, wird die Meerenge in sieben Tagen geöffnet», erklärte er am Rande der UN-Generalversammlung. Gleichzeitig sollen Washington und Teheran wieder über eine dauerhafte Beendigung des Kriegs verhandeln. Darüber berichtet die Financial Times.
Sarah Yensesel/EPA/Keystone
Welche Bedingungen der Iran stellt, führte Araghtschi nicht aus. Der Vorschlag baut nach iranischen Angaben auf einer Vereinbarung vom Juni auf. Damals hatten die USA und der Iran eine Waffenruhe verlängert. Washington sollte Ausnahmen für iranische Ölexporte gewähren, der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus schrittweise auf das Vorkriegsniveau zurückkehren. Israel sollte zudem seine Militäroperationen im Libanon einstellen.
Die Vereinbarung scheiterte Anfang Juli, nachdem der Iran Schiffe beschossen hatte, die nach Darstellung Teherans eine nicht genehmigte Route durch die Meerenge benutzt hatten. Die Trump-Regierung will laut der Financial Times nicht zu diesem Modell zurückkehren. Washington verlangt ein umfassenderes Abkommen, das neben der Schifffahrt durch die Strasse von Hormus auch das iranische Atomprogramm regelt.
Am Rande der UN-Generalversammlung führten beide Seiten inzwischen über katarische Vermittler weitere Gespräche. Ein Vertreter des Weissen Hauses sprach von «positiven und konstruktiven Gesprächen», wollte den iranischen Vorschlag selbst jedoch nicht kommentieren. Araghtschi erklärte, Teheran habe es mit einer Einigung «nicht eilig». Sobald Washington zustimme, könne der Zeitplan jedoch beginnen und die Meerenge sieben Tage später geöffnet werden.
Öffentlich bleiben Washington und Teheran derweil auf Konfrontationskurs. Vor der UN-Generalversammlung drohte Trump dem Iran mit der Wahl zwischen «Grösse» und «Auslöschung». Irans Präsident Massud Peseschkian warf den USA seinerseits «Terrorismus» vor. Hinter den Kulissen laufen gleichzeitig die Gespräche über einen möglichen Ausweg aus dem Krieg weiter. Der Konflikt hat die Benzin- und Dieselpreise in den USA auf Rekordstände getrieben und ist damit wenige Wochen vor den Zwischenwahlen am 3. November auch innenpolitisch zu einem wichtigen Thema geworden.