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Neuer Anlauf auf Ceuta: Marokko nimmt mehr als hundert Migranten fest

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Marokkanische Sicherheitskräfte haben einen neuen Versuch von Migranten verhindert, in die spanische Exklave Ceuta zu gelangen. Nach Angaben des marokkanischen Innenministeriums wurden am Samstag 109 Menschen aus Ländern südlich der Sahara sowie zwei Marokkaner festgenommen. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Zuvor hatten sich in sozialen Netzwerken erneut Aufrufe verbreitet, gemeinsam die Grenze nach Ceuta zu überwinden. Nach Angaben der spanischen Nachrichtenagentur Efe setzte die marokkanische Polizei Tränengas ein, um Gruppen rund drei Kilometer vor der Grenze auseinanderzutreiben. Am Grenzübergang selbst blieb es demnach vergleichsweise ruhig.

Jalal Morchidi/EPA/Keystone
Marokkanische Sicherheitskräfte stoppen Migranten nahe Ceuta (Symbolbild)
Jalal Morchidi/EPA/Keystone

Beide Länder haben ihre Sicherheitsvorkehrungen deutlich verstärkt. Auf marokkanischer Seite wurden laut Medienberichten zusätzliche Stacheldrahtsperren errichtet und Wasserwerfer bereitgestellt. Spanien zog mehr als 500 zusätzliche Polizisten vom Festland nach Ceuta ab. Damit sind dort inzwischen mehr als 1600 Einsatzkräfte stationiert. Vor der Küste wurde zudem eine Barriere errichtet.

Hintergrund ist der massive Grenzübertritt vom 30. Juli. Damals erreichten laut dem Bericht bis zu 80.000 Migranten Ceuta. Mindestens 96 Menschen kamen beim Versuch ums Leben, auf europäischen Boden zu gelangen; Nichtregierungsorganisationen gehen von mehr als hundert Toten aus. Die meisten Migranten kehrten innerhalb weniger Stunden oder Tage nach Marokko zurück.

Nach Angaben des spanischen Innenministers Fernando Grande-Marlaska befinden sich derzeit noch rund 5000 Migranten in Ceuta. Menschen ohne Aufenthaltsrecht sollen nach Marokko zurückgebracht werden. Marokko hat seinerseits angekündigt, Organisatoren und Teilnehmer weiterer Massenübertritte strafrechtlich zu verfolgen. Bereits vor dem jüngsten Versuch nahm die Polizei mehrere Personen fest, denen Aufrufe zu neuen illegalen Grenzübertritten nach Ceuta und Melilla vorgeworfen werden.

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