Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ordnet die Führung seines Militärs neu. Fünf Personalentscheidungen seien bereits gefallen, weitere sollen folgen, erklärte er nach Beratungen mit der Militärspitze. «Es ist sehr wichtig, dass erfahrene Kommandeure mehr Handlungsspielraum erhalten», sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache vom Dienstag.
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Die Vorschläge für die Umbesetzungen stammen von Mychajlo Drapatyj, dem Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte. Einen Teil davon habe Selenskyj bereits gebilligt. «Fünf Entscheidungen wurden bereits getroffen, weitere werden folgen.» Wer seinen Posten verliert, wer aufsteigt und welche Bereiche der Armee betroffen sind, liess er offen. Auch zu den Gründen für die einzelnen Personalwechsel machte Selenskyj keine Angaben.
Parallel dazu plant Kiew die nächsten Angriffe weit hinter der russischen Grenze. Die Militärführung habe die bisherigen ukrainischen Drohneneinsätze auf russischem Staatsgebiet ausgewertet, sagte Selenskyj. «Wir setzen unsere Fernoperationen fort.» Die Ziele für die kommenden Wochen seien bereits festgelegt: «Die Prioritäten für die Präzisionsschläge bis September stehen bereits fest.» Konkrete Orte nannte er nicht.
Selenskyj kritisierte zugleich, dass Russland trotz westlicher Sanktionen weiterhin an wichtige Bauteile für seine Waffen gelange. Nach seinen Angaben kommen solche Komponenten sogar aus G-7-Staaten. Diese Länder hätten «sicherlich kein Interesse daran», dass Kremlchef Wladimir Putin den Krieg verlängere und die Angriffe verstärke. Selenskyj fordert deshalb weitere Schritte dafür, die Lieferwege nach Russland zu unterbinden.