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Neue Asylroute: Migranten werden nun von Grossbritannien nach Spanien gebracht

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Schleuser verlagern Migrationsrouten von Grossbritannien nach Spanien. Nach einem Bericht des britischen Telegraph schleusen kriminelle Netzwerke Migranten zunehmend in umgekehrter Richtung über den Ärmelkanal: aus Grossbritannien über Frankreich nach Spanien. Die Zeitung berichtet, dass sich das Angebot gezielt an Menschen richtet, denen im Vereinigten Königreich die Abschiebung droht oder deren Aufenthaltstitel abgelaufen ist.

FADEL DAWOD / KEYSTONE
epa12409622 Migrants wait onboard an inflatable boat during an attempt to cross the English Channel, off the beach of Gravelines, northern France, 27 September 2025
FADEL DAWOD / KEYSTONE

Für die Schleusung nach Frankreich verlangen die Netzwerke laut dem Bericht rund 1170 Euro, für den Weitertransport bis über die spanische Grenze weitere 580 Euro. Die Migranten werden auf Ladeflächen von Lastwagen versteckt und per Fähre oder Zug über den Ärmelkanal gebracht. In sozialen Netzwerken werben die Schleuser mit Videos und professionell gestalteten Anzeigen für die Route nach Spanien. Dabei verweisen sie auf das spanische Programm zur Legalisierung von Migranten ohne Aufenthaltstitel und stellen den Weg als Möglichkeit dar, den verschärften Einwanderungskontrollen in Grossbritannien zu entgehen.

Das Schleuserangebot richtet sich laut dem Telegraph vor allem an Migranten aus Pakistan und Indien, denen in Grossbritannien wegen Visamissbrauchs oder illegaler Beschäftigung aufenthaltsrechtliche Konsequenzen drohen. Peter Walsh vom Migration Observatory der Universität Oxford erklärte, viele Ausreisende wollten der britischen Einwanderungskontrolle entkommen. Sie gingen davon aus, sich nach Erreichen des Schengen-Raums freier bewegen und einfacher in Europa bleiben zu können.

Das britische Innenministerium erklärte, man arbeite weiterhin eng mit Frankreich zusammen, um illegale Migration und Schleusungen zu verhindern. Bereits im Jahr 2025 hatte die National Crime Agency ein Schleusernetzwerk zerschlagen, das Migranten zunächst mit Touristenvisa nach Grossbritannien brachte und sie anschliessend für bis zu rund 1400 Euro auf Lastwagen nach Frankreich schleuste.

Spaniens Programm zur Legalisierung irregulär aufhältiger Ausländer sorgt derweil für politische Spannungen. Italien und Österreich werfen Madrid vor, die geplante Legalisierung von 500.000 irregulär im Land lebenden Migranten nicht mit den europäischen Partnern abgestimmt zu haben. Madrid weist einen Zusammenhang zwischen dem Programm und den neuen Schleuserrouten zurück.

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