US-Präsident Donald Trump erhebt Anspruch auf die Strasse von Hormuz. Bei einem Auftritt am Freitag in New York kündigte er an, die strategisch wichtige Meerenge zu US-Territorium erklären zu wollen. «Nachdem wir Iran besiegt haben – es wird gerade sehr deutlich geschlagen –, werde ich die Strasse von Hormuz ziemlich bald zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären», sagte Trump. Zugleich beanspruchte er die Kontrolle über den Schiffsverkehr: «Wir haben die Blockade. Kein Schiff kommt durch, ausser wenn wir es wollen.»
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Irans Vizeaussenminister Kasem Gharibabadi wies Trumps Anspruch auf X zurück: «Die Strasse von Hormuz lässt sich weder per Tweet noch mit einem Flugzeugträger, noch durch einen Befehl oder eine Wahlkampfrede einnehmen.» Teheran erhebt seinerseits den Anspruch auf die Kontrolle: «Die Strasse von Hormuz gehörte dem Iran, gehört dem Iran und wird dem Iran gehören.» Sie werde nur auf Befehl Irans geöffnet oder geschlossen.
Der Streit findet vor dem Hintergrund anhaltender Kämpfe statt. Nach dem Scheitern einer vorläufigen Waffenruhe im Juni wurden Schiffe in der Meerenge wiederholt von iranischen Geschossen getroffen; die USA griffen ihrerseits iranische Ziele an und blockieren iranische Häfen. Am Samstag meldete die von der britischen Marine unterstützte Schifffahrtsstelle UKMTO einen weiteren Zwischenfall: Ein Massengutfrachter sei von einem unbekannten Geschoss am Rumpf getroffen worden.
Auch diplomatisch herrscht Stillstand. Irans Aussenminister Abbas Araghtschi erklärte, derzeit gebe es weder eine Waffenruhe noch Verhandlungen mit Washington. Katar und Pakistan übermittelten lediglich Botschaften zwischen beiden Seiten.
Damit beanspruchen beide Seiten die Kontrolle über eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Teheran verlangt für eine vollständige Wiederöffnung der Meerenge unter anderem ein Ende sämtlicher US-Drohungen, die Aufhebung der Seeblockade iranischer Häfen, den Abzug amerikanischer Streitkräfte aus der Region und eine vollständige Entschädigung für Kriegsschäden. Gleichzeitig erklärte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth seinerseits, die US-Marine könne ihre Blockade «auf unbestimmte Zeit» aufrechterhalten.