Berlin zieht seine Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele wenige Tage vor der entscheidenden Abstimmung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zurück. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Der Berliner Senat äusserte sich zunächst nicht offiziell, kündigte aber für Donnerstagmorgen eine Pressekonferenz an. Zuvor hatten sich der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU), Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) und der Olympia-Beauftragte Kaweh Niroomand beraten.
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Damit bleiben im deutschen Auswahlverfahren nur noch München und die Bewerbung «Köln-Rhein-Ruhr». Beide hatten bei der Bewertung ihrer Konzepte durch eine DOSB-Kommission deutlich besser abgeschnitten als «Berlin+», das gemeinsam mit Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen angetreten war.
Die Berliner Bewerbung stand schon länger unter Druck. Anders als in München und Nordrhein-Westfalen gab es kein Referendum über die Pläne. Gleichzeitig formierte sich mit «NOlympia» eine starke Gegenbewegung. Zusätzliche Unsicherheit entstand nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin am Sonntag. Deren Spitzenkandidatin und Anwärterin auf das Amt der Regierenden Bürgermeisterin, Elif Eralp, hatte ihre Ablehnung der Olympia-Bewerbung deutlich gemacht.
Am Samstag entscheidet der DOSB in Baden-Baden, welche deutsche Bewerbung ins internationale Rennen geschickt wird. Stimmberechtigt sind 42 olympische Sportverbände sowie Mitglieder des DOSB-Präsidiums und persönliche Mitglieder. Für eine Entscheidung ist die absolute Mehrheit von maximal 143 Stimmen erforderlich.
Der deutsche Kandidat tritt anschliessend in das Auswahlverfahren des Internationalen Olympischen Komitees ein. Die Spiele 2036 sollen nach Angaben der Süddeutschen Zeitung in drei Jahren vergeben werden. Olympische Sommerspiele fanden bislang zweimal in Deutschland statt: 1936 in Berlin und 1972 in München. Mit dem Rückzug Berlins entscheidet sich das nationale Rennen nun zwischen München und «Köln-Rhein-Ruhr».