Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Deutschland nach dem versuchten Sprengstoffanschlag am Flughafen Leipzig/Halle Unterstützung bei der Drohnenabwehr angeboten. Nach einem Gespräch mit Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte Selenskyj, die Ukraine sei bereit, Deutschland mit «Fachwissen, Erfahrung oder in anderen Bereichen» zu helfen.
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Zugleich kündigte Selenskyj an, dass Unterhändler beider Länder derzeit ein Drohnenabkommen fertigstellen. Die Vereinbarung solle Deutschland und der Ukraine «zusätzliche Verteidigungsfähigkeiten» verschaffen. Mit Merz habe er über den Inhalt und einen möglichen Zeitpunkt der Unterzeichnung gesprochen. Zudem hätten beide ein persönliches Treffen vereinbart.
Hintergrund ist der Fund einer mit Sprengstoff beladenen Drohne am Flughafen Leipzig/Halle am 4. August. In ihrer Nähe befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Die Bundesregierung machte Russland am Dienstag für den versuchten Anschlag verantwortlich und reagierte mit Strafmassnahmen. Unter anderem sollen das russische Generalkonsulat in Bonn und das Russische Haus in Berlin geschlossen werden.
Selenskyj begrüsste das Vorgehen. «Dies ist eine weitere Eskalation seitens Russlands, und es ist wichtig, dass Deutschland darauf reagiert hat», erklärte der ukrainische Präsident. Gleichzeitig dankte er Merz für die «beständige Unterstützung» Deutschlands. Noch im September soll die Ukraine nach seinen Angaben neue Ausrüstung für ihre Luftverteidigung aus Deutschland erhalten.
Moskau bestreitet eine Verantwortung für den Vorfall und reagierte seinerseits auf die deutschen Massnahmen. Das russische Aussenministerium bestellte den deutschen Geschäftsträger Bernd Finke wegen der «antirussischen Handlungen und Äusserungen der deutschen Behörden» ein. Berlin bestätigte die Einbestellung.