Russische Behörden haben ein Strafverfahren gegen den FAZ-Korrespondenten Michael Martens eingeleitet. Ihm wird nach Artikel 282 Absatz 2 des russischen Strafgesetzbuches «Anstiftung zu Hass oder Feindschaft» vorgeworfen. Dies berichtet die russische Nachrichtenagentur Tass.
Auslöser ist eine Frage von Martens bei einer Pressekonferenz des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic am 8. August in Belgrad. Martens fragte Selenskyj, was die Europäer konkret tun könnten, um der Ukraine zu helfen, «mehr Russen zu töten» beziehungsweise «mehr russische Soldaten zu töten».
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Nach Angaben von Tass prüfen die russischen Behörden zudem, Martens international zur Fahndung auszuschreiben und in seiner Abwesenheit Untersuchungshaft oder eine andere Massnahme anzuordnen. Bei einer Verurteilung in Russland drohen ihm laut russischen Staatsmedien bis zu sechs Jahre Haft.
Die FAZ distanzierte sich von der konkreten Wortwahl. Die Frage sei «missverständlich formuliert» gewesen. Es entspreche nicht der redaktionellen Linie, dass möglichst viele russische Soldaten getötet werden sollten. Martens selbst bezeichnete vor allem die Verwendung des Wortes «wir» als unglücklich.