Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat nach dem Aus für das deutsche Fregattenprojekt F126 seine Umsatzprognose für das laufende Jahr gesenkt. Das Unternehmen rechnet mit einem Umsatzrückgang von rund 300 Millionen Euro und erwartet nun Erlöse zwischen 13,7 und 14,2 Milliarden Euro statt der bislang prognostizierten 14 bis 14,5 Milliarden Euro. Dies berichtet die Financial Times.
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Rheinmetall erklärte, die mittel- und langfristigen Folgen des Wegfalls des 15-Milliarden-Euro-Projekts würden derzeit analysiert. Der Konzern hatte für das F126-Programm ein Angebot über 15 Milliarden Euro abgegeben und sich nach eigenen Angaben gute Chancen ausgerechnet, Generalunternehmer zu werden. Nach der Einstellung des Projekts im Juni verlor die Aktie rund ein Viertel ihres Werts.
Trotz der gesenkten Prognose steigerte Rheinmetall den Umsatz im ersten Halbjahr um 39 Prozent auf mehr als 5 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand wuchs von 56 auf über 80 Milliarden Euro, die operative Marge stieg von 12 auf 15 Prozent.
Vorstandschef Armin Papperger kündigte zudem an, noch vor Jahresende einen Grossauftrag über Hunderte Boxer-Radpanzer für die Bundeswehr abschliessen zu wollen. Das Programm «Arminius» könnte einschliesslich eines Servicevertrags einen Wert von mindestens 14 Milliarden Euro für Rheinmetall erreichen. Nach dem Scheitern des F126-Projekts zeigte sich Papperger bei noch nicht unterzeichneten Aufträgen jedoch zurückhaltender, wie die Zeitung berichtet. Den Einstieg in das Marinegeschäft verteidigte er dennoch als «die richtige Entscheidung», obwohl ihn das Aus des F126-Projekts nach eigenen Angaben «überrascht» habe.