Der Generaldirektor des russischen Drohnenherstellers Uraldronsawod, Wladimir Tkatschuk, ist bei einem Autobombenanschlag im russischen Jekaterinburg schwer verletzt worden. Fahrer und Leibwächter kamen ums Leben, wie die Bild-Zeitung berichtet.
Nach Angaben des russischen Telegram-Kanals Mash war ein Sprengsatz unter dem Mercedes des 35-Jährigen angebracht worden. Bilder vom Tatort zeigen das ausgebrannte Fahrzeug. Der Nachrichtenagentur Tass zufolge wird Tkatschuk auf einer Intensivstation behandelt. Russische Ermittlungsbehörden leiteten ein Strafverfahren wegen versuchten Mordes ein. Verdächtige wurden bislang nicht genannt. Auch eine offizielle Zuordnung des Anschlags erfolgte nicht. Die Ukraine äusserte sich zunächst nicht zu dem Vorfall.
Sputnik
Tkatschuk leitet den Rüstungsbetrieb Uraldronsawod, der Kamikaze-Drohnen des Typs «Upyr» («Vampir») für die russischen Streitkräfte herstellt. Er begann 2022 als Kriegsblogger mit einer kleinen, über Spenden finanzierten Werkstatt. Sein Telegram-Kanal habe inzwischen rund 660.000 Abonnenten. Die von seinem Unternehmen produzierten Drohnen seien seit Mai 2023 im Einsatz und könnten bis zu vier Kilogramm Sprengstoff transportieren.
Der Anschlag ist laut dem Bericht bereits der zweite Bombenangriff auf kremlnahe Personen innerhalb weniger Tage. Am vergangenen Samstag kamen nach Angaben der russischen Behörden bei einer Explosion in einem Moskauer Restaurant fünf Menschen ums Leben, 19 weitere wurden verletzt.