Regierungssprecher Stefan Kornelius hat angesichts niedriger Umfragewerte für Bundeskanzler Friedrich Merz und die Union die Aussagekraft eines Teils der veröffentlichten Erhebungen in Frage gestellt. Auf der Regierungspressekonferenz sagte Kornelius, Umfragewerte seien «Momentaufnahmen», von denen sich der Kanzler nicht irritieren lasse. Zugleich erklärte er: «Ich möchte aber einmal sehr in Frage stellen, wie sie vernünftig und seriös zustande kommen.» Dies berichtet das Portal Apollo News.
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Kornelius begründete seine Zweifel zunächst mit den finanziellen Möglichkeiten der Demoskopen: «Keines der Institute, die in dieser Frequenz Umfrageergebnisse auf den Tisch legen, hat die nötigen Finanzressourcen dafür, solche Umfragen durchzuführen.» Journalisten hielten ihm daraufhin entgegen, dass viele Erhebungen von Medien in Auftrag gegeben und bezahlt würden. Kornelius präzisierte, die «demoskopischen Grundlagen» vieler, aber nicht aller Umfragen verdienten eine nähere Betrachtung.
Auf die Nachfrage, was konkret gegen die Qualität der Erhebungen spreche, verwies Kornelius darauf, dass deren Aussagekraft nicht allein von der Zahl der Befragten abhänge. Den Vorwurf, er stelle sämtliche Umfragen unter einen Generalverdacht, wies er zurück. Konkrete methodische Mängel einzelner Institute nannte der Regierungssprecher in der Pressekonferenz nicht.
Auslöser der Debatte sind die gegenwärtig niedrigen Werte von Merz und der Union. In einer Yougov-Erhebung kommen CDU und CSU in der Sonntagsfrage gemeinsam auf 18 Prozent, die AfD auf 29 Prozent. Auch andere Institute messen für die Union Werte um 20 Prozent.