Eine Wiener Modeforscherin untersucht mit rund 400.000 Euro öffentlicher Förderung, wie sich rechtsextreme Milieus seit 1989 Kleidung und Modetrends aneignen – vom Kapuzenpullover über Polohemden bis zum «Old Money»-Look. «Rechtsextreme Stile sind extrem parasitär. Sie beruhen auf Kopieren und Klauen», sagt Elke Gaugele von der Akademie der bildenden Künste Wien gegenüber der Nachrichtenagentur APA.
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Das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt wird vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) finanziert. Gaugele und ihr Team untersuchen Kleidungsstile und Modelabels, die sie mit rechtsextremen Milieus in Verbindung bringen. Dazu besuchten die Forscher einschlägige Geschäfte in Deutschland und den USA, führten Interviews und werteten Online-Material sowie Bildarchive aus.
Nach Gaugeles Einschätzung hat sich das Erscheinungsbild rechter Szenen grundlegend verändert. Während früher etwa Bomberjacken und Springerstiefel als Erkennungszeichen galten, seien politische Zuordnungen heute schwieriger. Die untersuchten Akteure griffen gezielt Stile anderer gesellschaftlicher Gruppen auf. Unterschiede liessen sich teilweise nur noch an Symbolen, Frisuren oder kleinen Erkennungszeichen feststellen.
Als Beispiel nennt Gaugele das 2013 in Graz gegründete Label «Phalanx Europe», bei dem sie einen Wandel hin zu einer Hipster-Ästhetik beobachtet. Daneben sieht sie einen Trend zu zurückhaltender Kleidung, die Wohlstand und gesellschaftlichen Status vermittelt. Dazu zählt sie auch Polohemden und den sogenannten «Old Money»-Stil.
Das Projekt beschäftigt sich zudem mit Modeangeboten für Frauen. Gaugele verweist dabei auf den «Tradwife»-Trend in sozialen Netzwerken und die amerikanische MAGA-Bewegung. Mode, Beauty und Dating würden nach ihrer Einschätzung zunehmend zur politischen Ansprache eingesetzt.