Das Topthema der Gespräche von Bundeskanzler Friedrich Merz und dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj war rasch identifiziert: Beide Seiten wollen gemeinsam Langstreckenwaffen bauen. Damit erledigt sich das leidige Thema Taurus. Das Ding heisst dann halt Bik – Ukrainisch für Stier.
In der Berichterstattung ging ein anderes Thema unter, das viel gravierendere Folgen für Deutschland hat. Wörtlich sagte Merz, seine Regierung werde «alles tun, damit Nord Stream 2 eben nicht wieder in Betrieb genommen werden kann».
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Mit anderen Worten: Ein konservativer, marktwirtschaftlicher Kanzler teilt mit, dass seine Regierung die Rückkehr zu billiger, zuverlässig gelieferter Energie für die Wirtschaft dauerhaft ausschliesst – egal, wie eine Nachkriegs- und Friedensordnung für Europa aussieht.
Das liegt nicht unbedingt im deutschen Interesse, dem Merz ja eigentlich verpflichtet ist.
Vorgänger Olaf Scholz stand nur freundlich lächelnd dabei, als Joe Biden die Zerstörung der Pipeline ankündigte. Merz aber scheint den Stopp der noch funktionstüchtigen Röhre zur Aufgabe seiner Regierung machen zu wollen. Es gibt schliesslich Flüssiggas aus den USA.
Wessen Interessen dient dieser Kanzler?