Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigt sich selbstkritisch und kündigt an, an seiner Kommunikation zu arbeiten. «Ich kann da in der Tat noch besser werden», sagte Merz im Interview mit dem Spiegel. Er denke darüber nach, warum seine Worte bislang nicht ausreichend durchdrängen. Zugleich verteidigte er seinen direkten Stil. «Ich bin von meinem ganzen Naturell sehr offen. Ich spreche aus, was ich für richtig halte, und nehme in Kauf, dass darüber kontroverse Debatten geführt werden.»
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Merz räumte ein, dass seine Aussagen in einer «hypernervösen Öffentlichkeit» auf Kritik stossen könnten. Er wolle sich jedoch nicht verbiegen. Angriffe nehme er bewusst in Kauf. «Kein Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen», sagte er mit Blick auf Kritik und Anfeindungen, insbesondere in sozialen Medien.
Die Zustimmungswerte für den Kanzler sind unterdessen gesunken. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Forsa-Umfrage sind nur noch 15 Prozent der Bundesbürger mit seiner Arbeit zufrieden, 83 Prozent äussern sich unzufrieden.
Inhaltlich kündigte Merz Reformen an und warb für Offenheit gegenüber Veränderungen. «Wir können nicht einfach so weitermachen wie in den letzten zwanzig Jahren», sagte er. Er zeigte sich zudem offen für eine Anpassung der Reichensteuer. «Das wäre denkbar, wenn, wie in dem Vorschlag der Kollegen vorgesehen, der Steuertarif im oberen Bereich geglättet und etwa der Soli abgeschafft wird.»
Auch bei der Rentenpolitik signalisierte Merz Unterstützung für eine stärkere Orientierung an Beitragsjahren. «Entscheidend sind die Beitragsjahre und nicht das Lebensalter», sagte er. Zugleich rief er die Koalition zu einem geschlosseneren Auftreten auf und verwies auf bestehende Differenzen innerhalb der Regierung.