Nur noch 39 Prozent der Kirchenmitglieder in Deutschland würden auch als Erwachsene erneut in ihre Kirche eintreten. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (Fowid), über die die Welt berichtet. 2005 lag dieser Wert noch bei 62 Prozent.
© KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
Mehr als die Hälfte der Befragten zieht heute ein Leben ohne Kirche vor. Vor allem junge Menschen und Frauen zeigen sich entfremdet: Nur 16 Prozent der unter 40-Jährigen würden sich «sicher» wieder der Kirche anschliessen. Die Kirchenaustrittsbereitschaft steigt zudem deutlich, wenn die Kirchensteuer nicht für soziale Zwecke wie Caritas oder Diakonie eingesetzt wird.
Katholiken zeigen eine etwas stärkere Bindung als Protestanten – 41 gegenüber 36 Prozent würden erneut eintreten. Insgesamt schrumpfte die Zahl der Mitglieder beider Grosskirchen bis Ende 2024 auf 37,8 Millionen – ein Rückgang von über einer Million im Vergleich zum Vorjahr.
Soziologe Edgar Wunder prognostiziert: «Wenn sich die aktuelle Entwicklung fortsetzt, werden bis 2050 lediglich etwa 20 Prozent der Bevölkerung einer der beiden grossen Kirchen angehören.» Aktuell sind es noch rund 45 Prozent.