Die AfD liegt in Ostdeutschland nach einer Forsa-Auswertung mit grossem Abstand vor allen anderen Parteien. Würde dort derzeit ein neuer Bundestag gewählt, käme sie auf 45 Prozent. Die Linke folgt mit 15 Prozent, die CDU erreicht nur 12 Prozent. SPD und Grüne liegen bei jeweils 9 Prozent, das BSW bei 5 Prozent. Damit ist der Abstand zwischen AfD und CDU im Osten auf mehr als 30 Prozentpunkte angewachsen.
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Wie Forsa gegenüber der Welt erklärte, hat das Institut für den Ost-West-Vergleich drei Befragungswochen zusammengefasst. Von insgesamt 7500 Teilnehmern kamen rund 15 Prozent – gut 1100 Menschen – aus den fünf ostdeutschen Bundesländern ohne Berlin. Die grössere Datenbasis macht die regionale Auswertung aussagekräftiger; zugleich bilden die 45 Prozent die Stimmung über mehrere Wochen ab und nicht allein die Lage nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Auch bundesweit steht die AfD derzeit so stark da wie noch nie im Forsa-Trendbarometer. Seit fünf Wochen verharrt sie bei ihrem bisherigen Höchstwert von 28 Prozent. CDU und CSU folgen mit 21 Prozent, die Grünen mit 16, die SPD mit 12 und die Linke mit 11 Prozent. Gleichzeitig wissen viele Wähler nicht, wem sie die Lösung der politischen Probleme zutrauen sollen: 55 Prozent nennen auf diese Frage keine Partei. Die AfD führt mit 13 Prozent knapp vor der Union mit 12 Prozent.
Für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verschärfen die Zahlen den Druck. Bundesweit sind nur 13 Prozent mit seiner Arbeit zufrieden, 85 Prozent unzufrieden. Im Osten fällt das Urteil noch schlechter aus: Dort sind 7 Prozent zufrieden und 91 Prozent unzufrieden. Selbst unter den Anhängern von CDU und CSU ist eine Mehrheit von 53 Prozent mit Merz unzufrieden.
Die hohen AfD-Werte werfen zugleich die Frage auf, wie Regierungen ohne die Partei gebildet werden können. 54 Prozent der Deutschen befürworten Absprachen zwischen CDU und Linken, wenn dadurch eine Landesregierung ohne AfD-Beteiligung möglich wird. Selbst unter CDU- und CSU-Anhängern unterstützen 63 Prozent ein solches Vorgehen. Im Osten selbst fällt die Zustimmung mit 49 Prozent allerdings geringer aus.