Ein verheerender Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle (EFK) enthüllt, wie Gesundheitsversorger Jahr für Jahr rund 350 Millionen Franken an Rabatten einsacken, anstatt sie wie vorgeschrieben an die Versicherten weiterzugeben. Ein gewichtiger Faktor dabei ist die mangelnde Kontrolle durch das Bundesamt für Gesundheit (BAG).
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Das Prinzip ist simpel. Pharmafirmen gewähren Ärzten, Apothekern und Spitälern beim Medikamentenkauf saftige Rabatte, Skonti oder getarnte Weiterbildungsbeiträge. Gesetzlich müssten diese Vergünstigungen den Prämienzahlern zugutekommen.
Doch in der Praxis landet das Geld meist in der Tasche der Leistungserbringer. Bei einer Überprüfung von 750 Millionen Franken flossen nur gerade 12 Prozent an die Versicherten. Bei der Hälfte der Summe vermutet die EFK Fehllenkungen. Da der Gesamtmarkt für Medikamente 9,9 Milliarden Franken umfasst, dürfte der tatsächliche Schaden noch viel grösser sein.
Besonders stösst die Rolle des BAG auf: Die Berner Behörde glänzt durch Untätigkeit. Stellen wurden abgebaut, Kontrollen unterlassen, verlässliche Daten fehlen komplett. In fünf Jahren schaffte es der Bund kein einziges Mal, ein Verfahren abzuschliessen.
Stattdessen schob das Amt die Verantwortung auf die Krankenkassen ab. Krasses Beispiel für die Auswüchse: Der Pharmariese Sandoz spendierte einer Praxis 67.000 Franken für Bildschirme, mutmasslich als Gegenleistung für den Verkauf eigener Präparate.
Erst als die EFK bei SP-Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider vorstellig wurde, musste das BAG eingestehen, versagt zu haben. Der Befund ist klar: Der Schweizer Gesundheitssektor leidet an systematischer Selbstbedienung. Gedeckt von einer trägen Bürokratie, die erst unter Druck den Finger rührt.