In der CDU wächst die parteiinterne Kritik an Bundeskanzler und Parteichef Friedrich Merz. Kommunalpolitiker und Parteifunktionäre werfen ihm Pannen, mangelnde Transparenz und einen Führungsstil vor, der die Partei verunsichere. Dies berichtet der «Spiegel».
Der Oberbürgermeister von Rottenburg am Neckar, Stephan Neher, bezeichnete die Lage als «katastrophal». Er kritisierte insbesondere die Absetzung des früheren Verkehrsministers Patrick Schnieder. «Wie das mit Ex-Verkehrsminister Schnieder vonstatten ging, passt nicht zu einer christlichen Partei», sagte Neher. Sein Fazit: «Man kommt nicht um die Note ‹mangelhaft› für den Kanzler herum.»
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Auch der CDU-Kreisvorsitzende im Rheinisch-Bergischen Kreis und Bürgermeister von Leichlingen, Maurice Winter, sprach von einem wachsenden «Störgefühl». Das 500-Milliarden-Sondervermögen habe ihn irritiert. «Ich fand das unglücklich», sagte Winter. Wochenlang habe er die Schuldenbremse verteidigt, «also das Gegenteil von dem, was dann passierte». Wenn Parteimitglieder die Entscheidungen in Berlin nicht verstünden, lasse sich dies auch den Bürgern vor Ort nicht erklären.
Der stellvertretende CDU-Fraktionschef im nordrhein-westfälischen Landtag, Klaus Voussem, forderte mehr Transparenz und Respekt bei Personalentscheidungen. Diese müssten «transparent begründet und respektvoll kommuniziert werden». Bürger erwarteten von der CDU «Stabilität und Verantwortungsbewusstsein – nicht Dauerkonflikte und interne Lagerkämpfe».