Ein spektakulärer Kunstraub erschüttert Frankreich: Vier maskierte Täter haben am Sonntag im Pariser Louvre acht historische Schmuckstücke von «unermesslichem» Wert gestohlen. Die Diebe drangen am frühen Morgen in die Galerie d’Apollon ein und zertrümmerten mit Werkzeugen die Vitrinen. Ursprünglich wollten sie neun Objekte entwenden, liessen aber beim Abtransport die Kaiserkrone von Eugénie, der Gemahlin Napoleons III., fallen.
Gestohlen wurden laut BBC unter anderem eine Smaragdhalskette samt passender Ohrringe, die einst Marie Louise, der zweiten Ehefrau Napoleon Bonapartes, gehörten, sowie eine Brosche von Kaiserin Eugénie. Alle geraubten Stücke stammen aus dem 19. Jahrhundert und sind mit zahllosen Diamanten und Edelsteinen besetzt.
Die Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau erklärte: «Organisierte Kriminalität kann zwei Ziele verfolgen: Entweder im Auftrag eines Sponsors handeln oder Edelsteine für Geldwäscheoperationen beschaffen.» Laut Beccuau bedrohten die Täter das Sicherheitspersonal mit denselben Werkzeugen, mit denen sie die Auslagen zerstörten. Anschliessend flohen sie auf leistungsstarken Motorrollern. Derzeit arbeiten rund sechzig Ermittler mit «absoluter Entschlossenheit» an der Aufklärung des Falls.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Tat als «einen Angriff auf ein Erbe, das wir lieben, weil es unsere Geschichte ist». Er versicherte: «Die Werke werden zurückgeholt und die Täter zur Rechenschaft gezogen. Alles wird getan, überall, um dies zu erreichen, unter der Leitung der Pariser Staatsanwaltschaft.»