Kurz vor der Parlamentswahl hat die Polizei in Moldau 74 Personen festgenommen, die laut Behörden Teil eines von Russland gesteuerten Plans zur Destabilisierung des Landes gewesen sein sollen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur AP. Wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte, wurden am Montag rund 250 Razzien durchgeführt, bei denen mehr als hundert Verdächtige ins Visier gerieten.
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Die Aktion habe nicht auf politische Gruppierungen gezielt, sondern auf die «kriminelle Organisation und deren Pläne zur Destabilisierung», erklärte Moldaus Chefankläger Victor Furtuna. Demnach reisten viele der mutmasslichen Beteiligten wiederholt nach Serbien, wo sie unter dem Deckmantel religiöser Pilgerreisen paramilitärisch geschult worden seien.
Die Behörden sprechen von einem koordinierten Versuch, am Rande der für Sonntag angesetzten Wahl Unruhen zu provozieren. Präsidentin Maia Sandu warf Moskau vor, «Hunderte Millionen Euro» einzusetzen, um den prowestlichen Kurs des Landes zu torpedieren. «Hunderte von Personen werden bezahlt, um Unruhe, Gewalt und Angst zu verbreiten», sagte sie. «Wir dürfen nicht zulassen, dass unser Land an fremde Interessen verkauft wird.»
Die moldauische Polizei erklärte, die Aktion sei eine Reaktion auf Hinweise gewesen, dass die «Unruhe von der Russischen Föderation aus gesteuert» worden sei. Laut Viorel Cernauteanu, Leiter der Polizei, wussten einige der Verdächtigen zunächst gar nichts von ihrer tatsächlichen Rolle. Ihnen sei erst vor Ort in Serbien bewusst geworden, dass sie für ein «Training zur Störung und Destabilisierung» rekrutiert worden seien.
Moldau strebt seit 2022 den EU-Beitritt an und wurde 2023 offiziell Kandidat.