US-Präsident Donald Trump hat die Forderungen führender KI-Unternehmer nach einer langsameren Entwicklung der Technologie erneut zurückgewiesen und erklärt, die bestehenden staatlichen Befugnisse reichten aus, um Missbrauch zu verhindern. «Die einzige Kontrolle oder ‹Leitplanke›, die KI braucht, ist ein starker und kluger Präsident mit hohem IQ – und davon haben die USA mehr als genug!», schrieb Trump am Montag auf Truth Social.
Julia Demaree Nikhinson/AP/Keystone
Die USA verfügten bereits über «enorme strafrechtliche und regulatorische Macht» gegenüber den Unternehmen, erklärte Trump. Zugleich sprach er von einer «kranken Verschwörung gegen KI und Rechenzentren». Davon profitiere einzig China. Die Aussagen folgen auf Warnungen mehrerer führender Köpfe der amerikanischen KI-Branche. Anthropic-Chef Dario Amodei hatte am Samstag einen Plan vorgestellt, der die Entwicklung besonders leistungsfähiger Systeme verlangsamen und mehr Zeit für Sicherheitsmassnahmen schaffen soll. Open-AI-Chef Sam Altman und Space-X-AI-Chef Elon Musk unterstützten den Vorstoss.
Trump griff Amodei dabei persönlich an. Seine Regierung habe bereits verhindert, dass Leute aus der KI-Branche «schlechte oder potenziell schlechte Dinge» täten – darunter auch «Dario (Anthropic!)», der sich nun als «perfekter kleiner Engel» darstelle. Trump hat Warnungen vor den Gefahren von KI wiederholt relativiert und setzt stattdessen auf eine möglichst schnelle amerikanische Entwicklung der Technologie.
Die Debatte erhält zusätzliche Bedeutung durch den Wettbewerb mit China. Trump soll den chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping kommende Woche in Washington treffen. Reuters hatte zuvor berichtet, dass Vertreter beider Länder im September zudem gesondert über die Risiken künstlicher Intelligenz sprechen wollen.