CIA-Direktor John Ratcliffe ist zu Gesprächen zwischen den amerikanischen und russischen Geheimdiensten nach Moskau gereist. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte der Washington Post, bei dem unangekündigten Besuch am Dienstag sei es um «Kontakte zwischen Sicherheitsdiensten» gegangen. Weitere Einzelheiten nannte er nicht.
Nach Angaben von Flugbeobachtern war zuvor eine Transportmaschine der US-Luftwaffe vom Stützpunkt Joint Base Andrews über Riga zum Moskauer Flughafen Wnukowo geflogen. In Moskau wurde anschliessend ein Konvoi mit amerikanischen Diplomatenkennzeichen beobachtet. Der Aufenthalt Ratcliffes dauerte laut Medienberichten rund acht Stunden. Ob weitere hochrangige US-Vertreter an den Gesprächen teilnahmen, blieb offen.
Ein Treffen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin war laut Peskow nicht vorgesehen. Putin sei jedoch über den Inhalt der Gespräche informiert worden. Kontakte zwischen den Geheimdiensten bezeichnete der Kreml-Sprecher als «ein positives Phänomen». Zugleich sei es «zu früh», um zu sagen, ob sie dazu beitragen könnten, die Beziehungen zwischen Moskau und Washington aus ihrer tiefen Krise zu führen.
US-Präsident Donald Trump bezeichnete Ratcliffes Reise als «semi-routine», also: halb routinemässig. Spekulationen, wonach es um einen möglichen Test der Nato durch Russland oder um amerikanische Sanktionen gegen den Iran gegangen sei, wies Trump zurück. Medien nannten unter anderem Gefangenenaustausche, den Ukraine-Krieg, den Iran-Konflikt und Fragen der strategischen Stabilität als mögliche Themen. Offiziell bestätigt wurden diese nicht.
Ratcliffe hatte zuletzt im März 2025 mit dem russischen Auslandsgeheimdienstchef Sergei Naryschkin telefoniert. Der Besuch ist die erste öffentlich bekannte Moskau-Reise eines CIA-Direktors seit William Burns im November 2021.