Spaniens Aussenminister José Manuel Albares macht rechte Medien, einflussreiche Nutzer sozialer Netzwerke und russische Desinformationsnetzwerke für eine Verschärfung der Migrationskrise in Ceuta mitverantwortlich. Nach dem massenhaften Grenzübertritt aus Marokko sprach Albares laut Apollo News von einer «kognitiven Kriegsführung», mit der die Ereignisse politisch instrumentalisiert und die spanische Gesellschaft polarisiert worden seien.
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Besonders nahm der Aussenminister Elon Musk ins Visier. Der Eigentümer der Plattform X gehöre zu den «Mega-Influencern», die die Krise für politische Zwecke genutzt hätten. Beiträge Musks zur Lage in Ceuta haben nach Angaben von Albares innerhalb von elf Tagen mehr als 724 Millionen Aufrufe erzielt.
Daneben kritisierte Albares eine von ihm als «reaktionäre Internationale» bezeichnete Gruppe konservativer und rechter Akteure. Über soziale Netzwerke sei unter anderem die falsche Darstellung verbreitet worden, ein Urteil des obersten Gerichts habe die Einreise nach Ceuta ermöglicht. Solche Botschaften würden Menschen «entmenschlichen», den gesellschaftlichen Zusammenhalt beschädigen und letztlich die Demokratie gefährden, erklärte der Minister. Auch russische Desinformationsnetzwerke hätten die Krise aufgegriffen, um Unsicherheit zu schüren und die Europäer zu spalten.
Direkte Vorwürfe gegen Marokko erhob Albares dagegen nicht. Er hob vielmehr die Zusammenarbeit mit Rabat hervor. Der diplomatische Austausch sei entscheidend dafür gewesen, Migranten zurückzuführen. Nach seinen Angaben kehrten innerhalb von 48 Stunden rund 90 Prozent der Eingereisten nach Marokko zurück.
Ceuta war Ende Juli Schauplatz eines aussergewöhnlich grossen Migrantenzustroms. Innerhalb kurzer Zeit gelangten Zehntausende Menschen aus Marokko in die spanische Exklave an der nordafrikanischen Küste; später war von insgesamt rund 80.000 Migranten die Rede. In Ceuta selbst wächst inzwischen der Protest gegen den Umgang der Regierung mit der Krise. Tausende Einwohner gingen zuletzt auf die Strasse und verlangten die Rückführung der weiterhin in der Stadt verbliebenen Migranten.