Microsoft-Mitgründer Bill Gates warnt vor einem möglichen Missbrauch künstlicher Intelligenz mit katastrophalen Folgen bis hin zu einer Milliarde Todesopfern. «KI ist mit Sicherheit mächtig genug, Ereignisse auszulösen, die eine Milliarde Todesopfer fordern», sagte Gates in der NBC-Sendung «Meet the Press». Noch nie habe es eine Waffe gegeben, «die so mächtig war wie die Kombination aus Menschen mit bösen Absichten und den neuesten KI-Werkzeugen».
Screenshot NBC News
Gates meint damit nicht das häufig beschworene Szenario einer selbständig handelnden Super-KI, die sich der Kontrolle des Menschen entzieht. Die unmittelbarere Gefahr sieht der 70-Jährige darin, dass Menschen leistungsfähige KI-Systeme für hochentwickelte Cyberangriffe oder Bioterrorismus einsetzen könnten. Von einer KI, die eigenmächtig Computer übernimmt und sich nicht mehr abschalten lässt, sei die Technologie derzeit noch entfernt.
Auch die Debatte über einen zentralen «Kill Switch», mit dem sich gefährliche KI-Systeme im Ernstfall abschalten liessen, hält Gates deshalb für unzureichend. «Es reicht nicht, einfach einen Kill Switch zu haben», sagte er. Stattdessen fordert der Unternehmer verpflichtende Überwachung und stärkere Schutzmechanismen. Einen generellen Stopp der KI-Entwicklung verlangt er jedoch nicht.
Mit seinen Warnungen steht Gates nicht allein. Anthropic-Chef Dario Amodei hatte zuletzt ein langsameres Tempo bei der Entwicklung besonders leistungsfähiger KI-Systeme gefordert. Auch Open-AI-Chef Sam Altman unterstützte diese Einschätzung öffentlich, Elon Musk schrieb dazu: «Dario hat recht.» Gates widerspricht zugleich der Darstellung, Warnungen vor katastrophalen KI-Risiken seien bloss Panikmache. Auf die Behauptung, die Gefahr sei ein hoax, antwortete er: «Nein. Das ist überhaupt kein Schwindel.»